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Verkosten in der Region Bassano & Venetien

Nase vor Mund

Verkosten

Eine Grappa verkostet man zuerst mit der Nase und erst danach mit dem Mund. Ins Nosing-Glas oder eine kleine Tulpe kommt nur ein Fingerbreit, denn die schmale Öffnung bündelt die Aromen und dämpft den Alkohol, der bei 40 Prozent und mehr sonst die Nase betäubt. Ein breiter Schwenker verflüchtigt das Beste schon vor dem ersten Riechen.

Auch die Temperatur verändert den Eindruck. Eine junge Grappa bianca zeigt sich meist bei etwa zehn bis zwölf Grad am klarsten, bei Zimmerwärme tritt der Alkohol stärker hervor. Gereifte Grappa dürfen wärmer sein, bei etwa 16 bis 18 Grad entfalten Holz und Trockenfrüchte ihre Töne. Ein stark gekühltes Glas dämpft das Aroma dagegen, weil kalte Luft kaum Duftstoffe trägt.

Typisch für eine junge Grappa aus dem Veneto sind Traubenschale, Heu, Mandel und weiße Blüten, am Gaumen trocken und leicht bitter, im Abgang warm. Aus Glera-Trestern darf es blumiger und zarter sein, aus Merlot und Cabernet erdiger und kräftiger. Eine invecchiata ergänzt Vanille, Karamell und Gewürze.

Zum Vergleichen bieten sich die beiden großen Häuser der Stadt an. Nardini in Bassano führt neben der klaren Grappa bianca auch gereifte Abfüllungen und steht für den direkten, kräftigen Stil des Hauses. Poli in Schiavon arbeitet nach eigenen Angaben mit alten Kupferkesseln im Chargenbetrieb und bietet ebenfalls klare wie holzgereifte Linien.

Beim Probieren genügen kleine Schlucke. Erst die Nase, dann ein Tropfen auf der Zunge, dann Wasser zum Neutralisieren und eine Pause. So zeigt sich, wie sich die Grappa vom Antrunk über die Mitte bis zum Abgang verändert. Das Verkosten dient dem Erkennen von Aroma und Stil, nicht dem Trinken in Mengen.

Dazu im Lexikon

Gläser und Ausstattung für die Hausbar
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