
Rebe, Birne, Pflaume
Frucht & Rohstoff
Der Sortenreichtum macht Friaul zum Land der Monovitigno-Grappa. Auf den Hügeln der Colli Orientali und im Collio wachsen Reben, die man anderswo kaum findet: Picolit, Ribolla Gialla, Schioppettino, Pignolo und Verduzzo. Die Alpen schirmen die Hänge im Norden ab, vom Süden weht Luft von der Adria heran. Mehrere davon sind einheimische Sorten der Region, die dem Trester ein eigenes Profil geben. Jede Sorte hinterlässt nach dem Pressen einen anderen Trester.
Picolit gilt als seltene Rebe mit lockerbeerigen Trauben und kleinen Erträgen, aus der in den Colli Orientali ein süßer Wein entsteht. Auch der Ramandolo, gekeltert aus Verduzzo, ist ein Süßwein. Wo wenig Wein entsteht, bleibt wenig Trester, und so fallen diese Sortenbrände klein aus.
Was nach dem Pressen in der Kelter bleibt, nennt man Trester: Schalen, Kerne und Stiele. Bei Weißwein wird gepresst, bevor die Gärung beginnt, der Trester ist dann noch süß. Rotweintrester kommt schon vergoren aus der Presse, weil der Most auf den Schalen gärte. Die Vorschrift für Grappa friulana erlaubt vergorenen und halbvergorenen Trester.
Nach Angaben des Hauses hat Nonino eigene Weinberge allein für den Brand angelegt, bepflanzt mit Picolit, Ribolla Gialla, Fragolino, Schioppettino und Sauvignon. Der Trester stammt so aus Reihen, die von Anfang an für den Kessel gedacht waren.
Neben der Rebe kennt die Region Obstgärten für ihre drei Obstbrände. Williams friulano entsteht aus Birnen der Sorte Williams Christ, nur sie darf den Namen Williams tragen. Für Kirsch Friulano braucht es Kirschen mit kräftigem Aroma, für den Sliwovitz Pflaumen der Art Prunus domestica. Reife zählt hier mehr als Größe, denn nur reife Früchte tragen genug Zucker für die Gärung.