
Glas und Nase
Verkosten
Wie schmeckt armenischer Brandy? Ein Ararat mit drei Jahren ist hell bis goldfarben, riecht nach Vanille, getrockneten Früchten und Holz und gilt als eher leicht und weich. Als Einstieg eignet er sich, weil das Fass noch nicht alles überdeckt.
Ein älterer Ararat, etwa aus der Reihe Vaspurakan mit fünfzehn Jahren, geht typischerweise in Nuss, Gewürz und Leder, dazu kommt eine getrocknete Aprikose. Der Abgang ist länger, das Holz sitzt tiefer. Ein zweites Beispiel ist das Haus Noy in Jerewan, bei dem sich der Vergleich mit Ararat anbietet.
Armenischer Brandy gehört in ein Nosing-Glas oder Tulpenglas, das sich zur Öffnung hin verengt und die Aromen oben sammelt. Es wird nur zu einem Drittel gefüllt, damit Platz zum Riechen bleibt. Bei Zimmertemperatur, um die 18 Grad, zeigt ein Brandy am meisten, bei kühlerer Temperatur schließt er sich.
Beim Riechen gilt: nicht tief eintauchen, denn der Alkohol überlagert dann die feinen Töne. Erst am Glasrand, dann etwas näher. Ein Tropfen Wasser kann die Aromen öffnen, besonders bei älteren Abfüllungen.
Wer mehrere Proben nebeneinander stellt, beginnt mit der jüngsten und endet bei der ältesten, und zwischen den Gläsern gibt es Wasser und etwas Brot, damit der Gaumen frisch bleibt. Ein kleiner Schluck wird im Mund verteilt und erst dann geschluckt. Wie lange das Aroma danach nachklingt, sagt am meisten über die Qualität.
Der Oghi bekommt ein kleines Glas. Aprikosenbrand zeigt Kern, Marzipan und reife Frucht, Tuti-Oghi geht ins Dunkle, Süße, Beerige. Er schmeckt bei Zimmertemperatur oder leicht kühl, nie eisig, denn Kälte nimmt auch ihm das Aroma.