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Region & Geschichte in der Region Georgien

Chacha seit 2011

Region & Geschichte

Chacha ist Georgiens Tresterbrand, und er war 2011 das erste Erzeugnis des Landes mit einer geschützten geografischen Herkunftsangabe. Am 13. Dezember 2011 wurde der Name bei der nationalen Patentbehörde Sakpatenti registriert. Das ist ein georgischer Schutz und keine EU-Angabe, im Register der Europäischen Union steht Chacha nicht. Der Schutz erfasst ein Destillat aus Traubentrester, nicht aus ganzen Trauben.

Ist Chacha der georgische Grappa? Rechtlich liegt der Vergleich nah, denn beide sind Tresterbrände. Gemeint sind Destillate aus den vergorenen Schalen, Kernen und Stielen, die nach dem Keltern übrig bleiben. In der EU fallen solche Brände unter die Kategorie Tresterbrand mit mindestens 37,5 % vol. In vielen georgischen Familien wird Chacha bis heute selbst gebrannt, im Hof oder neben dem Weinkeller.

Der Hintergrund ist eine Weinkultur, die zu den ältesten der Welt gezählt wird. Die Methode, Wein in eingegrabenen Tongefäßen, den Qvevri, zu bereiten, steht seit 2013 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes. Wo so viel Wein entsteht, bleibt viel Trester zurück, und aus ihm wird seit langem Chacha gebrannt. Kachetien im Osten, rund um Telavi, Kvareli und Sighnaghi, ist das wichtigste Weinbaugebiet des Landes.

Neben dem bäuerlichen Brand entstand im 19. Jahrhundert die Industrie. David Sarajishvili, 1848 in Tiflis (georgisch Tbilisi) geboren, gründete nach Angaben des Hauses am 1. September 1884 die Brennerei, die bis heute seinen Namen trägt. Sein Weinbrand wurde nach den Angaben des Hauses ab 1889 auf Ausstellungen in Paris, Chicago und Brüssel ausgezeichnet, und 1913 erhielt die Firma den Titel eines kaiserlichen Hoflieferanten.

Nach der Revolution wurde der Betrieb verstaatlicht und lief als Tifliser Cognac-Fabrik weiter, 1994 wurde er privatisiert. Heute stehen neben diesem Haus mehrere größere Weinkellereien, die Brandy und Chacha abfüllen, vor allem in Kachetien.

Dazu im Lexikon

Tresterbrand in Italien: Grappa im Vergleich
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