
Bananenapfel und Birne
Frucht & Rohstoff
Der Bananenapfel stammt nicht aus Kärnten. Vermutlich brachte ihn um 1882 die Familie Birkershauser aus Massachusetts ins Lavanttal. Beschrieben wurde die Sorte erstmals 1844 in Boston, dort heißt sie American Mother. Im Tal bekam sie den Namen Lavanttaler Bananenapfel und steht heute auf Streuobstwiesen, wo hohe Bäume einzeln verstreut stehen statt in engen Plantagenreihen.
Der Name kommt vom Aroma. Der Apfel schmeckt süß, nur wenig säuerlich, sehr aromatisch und hat einen Ton, der an Banane erinnert. Er reift spät, die Genussreife liegt zwischen November und Januar. Weil er sich nur kurz lagern lässt, kommt es auf den richtigen Erntezeitpunkt an. Die Bäume tragen nach Angaben des Ministeriums reich und sind nicht anfällig für Schorf.
Für den Brand werden die Früchte von Hand gelesen, so beschreibt es das Register der Traditionellen Lebensmittel. Das hat einen praktischen Grund: Ein Apfel mit Druckstelle beginnt schnell zu faulen, und Fäulnis schmeckt man später im Destillat. Wer vom Boden aufklaubt, was der Wind heruntergeholt hat, muss deshalb auswählen und rasch verarbeiten.
Auch die Birne steht auf den Wiesen. Die Achatzlbirne, eine Mostbirne, wurde im Herbst 1996 bei einer Sortenerhebung im Lavanttal wiederentdeckt und wird seither von der Kärntner Landwirtschaftskammer erhalten. Mostbirnen sind Sorten, die roh kaum schmecken, aber viel Aroma für Most und Brand mitbringen.
Bei Pfau in Klagenfurt kommt die Williams-Christ-Birne dazu. Das Haus verarbeitet nach eigener Darstellung nur frisches, aromatisches und voll ausgereiftes Obst. Ein Birnenbrand darf nach der EU-Spirituosenverordnung nur dann „Williams“ heißen, wenn er ausschließlich aus dieser Sorte besteht.