
Birne, Dirndl, Elsbeere
Frucht & Rohstoff
Wenn im Frühjahr die Birnbaumblüte einsetzt, sieht man an der Moststraße, wie viele Hochstämme hier stehen: Mehrere hunderttausend knorrige Bäume prägen nach Angaben der Region das Land. Ihre Früchte sind klein, hart und herb, roh kaum zu essen, aber für Most und Brand gemacht.
Vier Namen fallen immer wieder: Dorschbirne, Speckbirne, Knollbirne und Stieglbirne. Die Dorschbirne gilt als traditionelle, geschmacklich markante Mostbirne. Die Speckbirne soll ursprünglich aus Kärnten stammen und ist seit 1888 in ganz Österreich bekannt, man presst, trocknet und brennt sie.
Im Pielachtal wächst die Kornelkirsche, hier einfach Dirndl genannt, ein großer Strauch oder kleiner Baum, der fünf bis zwölf Meter hoch werden kann. Ab Mitte August färben sich die Früchte, je nach Sorte korallenrot bis fast schwarz, und sie enthalten viel Gerbstoff. Weil die Region sie so konsequent vermarktet, heißt das obere Pielachtal heute Dirndltal.
Die Ernte braucht Geduld. Reife Früchte fallen von selbst in ausgebreitete Netze, die Reife zieht sich über etwa sechs Wochen, und alle drei bis vier Tage wird gesammelt. Nur voll reife Dirndl tragen gutes Aroma, deshalb werden die kleinen Mengen oft eingefroren und am Ende gemeinsam aufgetaut.
Seltener ist die Elsbeere, ein wilder Baum, den das Elsbeerreich kennt. Rund um Michelbach haben sich 32 Erzeuger zusammengeschlossen, um ihn zu erhalten. Für einen Liter Elsbeerenbrand braucht es nach Angaben aus der Region etwa 25.000 Früchte. Auch in der Normandie lebt ein Brand von Mostbirnen: Der Calvados Domfrontais verlangt mindestens 30 Prozent davon.