
Birnen und Dirndl
Region & Geschichte
Wer in Niederösterreich nach Birnenbrand fragt, landet im Mostviertel, südlich der Donau zwischen Enns und Wienerwald. Hier steht nach Angaben der Region das größte zusammenhängende Mostbirnen-Gebiet Mitteleuropas, und die Moststraße führt mitten hindurch.
Die Birnen sind älter als jeder Brand. Pflanzenforscher sehen das Gebiet zwischen Hausruck und Traisen als Ursprungsraum vieler österreichischer Mostbirnensorten, geschätzt gibt es allein in Österreich über 400. Aus ihnen presste man zuerst Most, und 2011 schützte die EU den „Mostviertler Birnmost“ als geografische Angabe. Das gilt für den Most, nicht für einen Brand.
Gebrannt wurde auf den Höfen nebenher. Im Pielachtal reicht das Brennen von Kornelkirschen gesichert bis in die Zeit Maria Theresias zurück. Der Original Pielachtaler Dirndlbrand steht heute im österreichischen Verzeichnis traditioneller Lebensmittel und stammt aus sechs Gemeinden: Hofstetten-Grünau, Rabenstein, Kirchberg an der Pielach, Loich, Schwarzenbach und Frankenfels. Frankreich regelt die Herkunft von Cognac und Armagnac über abgegrenzte Gebiete, hier ist es ein Eintrag in einem Verzeichnis.
Rechtlich ruht das Brennen im Mostviertel auf kleinen Betrieben. Abfindungsbrenner melden ihr Brennen beim Zollamt an und zahlen für begrenzte Mengen einen ermäßigten Steuersatz, je Jahr für 100 Liter reinen Alkohol (l A), dazu kommen weitere 100 l A zu einem höheren Satz. Daneben gibt es den steuerfreien Hausbrand: 15 l A für Landwirt und Ehegatte, je 3 l A für Angehörige und Dienstnehmer, insgesamt höchstens 27 l A. Schwarzbrennen bleibt auch hier verboten.
Die Elsbeere liegt am Rand des Gebiets. Das Elsbeerreich reicht vom östlichen Weinviertel bis in den westlichen Wienerwald, und am Übergang vom Mostviertel dorthin haben sich Höfe rund um Michelbach zusammengetan. Der Elsbeerenbrand führt Niederösterreich ebenfalls als traditionelles Lebensmittel.