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Frucht & Rohstoff in der Region Oberösterreich

Birne, Quitte, Mostbirne

Frucht & Rohstoff

Was ist eine Williams-Christ-Birne, und warum darf nur ein Brand aus ihr Williams heißen? Die Sorte ist weich, saftig und stark duftend. Nach der EU-Spirituosenverordnung trägt ein Birnenbrand den Namen Williams nur, wenn er ausschließlich aus Birnen dieser Sorte stammt. Ein Brand aus gemischten Birnen muss sich schlicht Birnenbrand nennen. Reisetbauer führt neben dem Williams auch einen Brand aus der Roten Williams.

Neben der Birne verarbeitet das Haus Quitten, Äpfel, Himbeeren und Vogelbeeren, außerdem Karotten und Ingwer. Die Quitte ist hart, herb und roh kaum genießbar. Erst nach dem Brennen wird aus ihr ein duftender Brand. Das Gemüse darf nach der EU-Verordnung wie Obst vergoren und gebrannt werden, wenn es ohne Fremdalkohol auskommt.

Im Hausruckviertel wachsen dagegen vor allem Mostbirnen. Das Gebiet liegt zwischen dem Eferdinger Becken im Osten und dem Hausruckwald im Westen. Als Hauptsorte nennt das Landwirtschaftsministerium die Speckbirne, daneben stehen Winawitzbirne, rote und grüne Pichlbirne, Frauenbirne und Brünnerling. Zwischen dem Hausruck und der Traisen in Niederösterreich liegt nach dem Ministerium die Heimat vieler österreichischer Mostbirnsorten.

Für den Most wird das Fallobst von Ende September bis zum ersten Frost aufgelesen. Es stammt von Hochstämmen auf Streuobstwiesen, die meist ohne Reihen und ohne starken Schnitt wachsen. Wie gut der Hausruck Birn-Apfel-Most wird, hängt laut Ministerium von der Pflege der Wiesen, vom richtigen Erntezeitpunkt und von rascher Verarbeitung ab.

Wer Obst brennt, braucht reife Früchte mit viel Zucker, denn aus dem Zucker entsteht später der Alkohol. Unreifes Obst gibt wenig her und schmeckt im Brand dünn. Bei einem Obstbauern fällt deshalb die Ernte mit der Reife zusammen, nicht mit dem Kalender.

Dazu im Lexikon

Mostbirnen und Mostäpfel in der Normandie
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