
Edelbrand und Obstschnaps
Brandstil
Was ist der Unterschied zwischen Edelbrand und Obstschnaps? In Österreich legt das Lebensmittelbuch, Kapitel B 23, den Edelbrand als Destillat aus vergorener Maische fest, das sein Aroma behalten hat. Kommt bis zu einem Drittel Agraralkohol dazu, also neutraler Alkohol aus landwirtschaftlichen Rohstoffen, heißt das Erzeugnis Obstschnaps. Die EU kennt den Edelbrand gar nicht als Kategorie, ihr Obstbrand darf keinen Fremdalkohol enthalten.
Der Williamsbrand ist der Klassiker des Hauses Reisetbauer, mit ihm begann 1995 die erste Abfüllung. Er duftet nach reifer Birne und wirkt im Mund weich und saftig. Weil er sortenrein aus der Williams-Christ-Birne stammt, darf er nach EU-Recht Williams heißen.
Der Quittenbrand schmeckt herber und würziger. Falstaff beschreibt bei dem von Reisetbauer eine Nase von Kernobst mit leicht ätherischen Noten und am Gaumen feinen schwarzen Pfeffer. Die Frucht ist von Natur aus gerbstoffreich, das gibt dem Brand Biss.
Aus den Hausruck-Birnen entsteht der Mostbirnenbrand, den es als Handwerk der Bauernhöfe gibt, auch wenn kein Name geschützt ist. Mostbirnen sind kleiner, härter und gerbstoffreicher als Williams, ihr Brand schmeckt deshalb herb-fruchtiger. Er unterscheidet sich vom Wachauer Marillenbrand schon dadurch, dass er keine EU-Herkunftsangabe trägt.
Und was ist ein Obstler? Er ist ein Obstbrand, bei dem mindestens 85 Prozent der Maische aus Äpfeln oder Birnen stammen. Bis zu 15 Prozent andere Früchte sind erlaubt. Ein sortenreiner Williamsbrand ist deshalb kein Obstler, und ein Edelbrand muss keiner sein.
WilliamsbrandObstbrand · Williams-Christ-Birnen
- Alkohol
- 40–43 % vol
- Reife
- 0–2 Jahre
Glasklar, reife saftige Birne in Nase und Mund, weich im Abgang.