
Alte Obstsorten
Frucht & Rohstoff
Im Pöllauertal im Bezirk Hartberg wächst eine Birne, die man fast nur dort findet: Die Hirschbirne steht nach dem Register fast ausschließlich im Naturpark Pöllauer Tal, einem Gebiet von rund 124 Quadratkilometern. Die Bäume werden bis zu 200 Jahre alt und trotzen dem Frost. Die Früchte sind groß, grüngelb bis rotbraun, mit gelbweißem, sehr saftigem Fleisch.
Geerntet wird von Ende September bis Mitte Oktober, genussreif sind die Birnen im Oktober und November. Die Hirschbirne gilt als steirischer Zufallssämling, der spätestens um 1860 entstanden sein soll, womöglich schon um 1800, und stammt vermutlich von der Welschen Bratbirne ab. Aus ihr entstehen neben dem Brand auch Saft und Kletzen, also Dörrbirnen.
Beim Apfel ist die Oststeiermark Österreichs Zentrum: Nach Angaben des Landestourismus stammen drei von vier österreichischen Äpfeln von hier. Für den Brand zählen aber die alten Sorten. Der Steirische Maschanzker taucht erstmals 1877 in den Pomologischen Monatsheften auf, ist vermutlich schon vor 1800 in der Steiermark entstanden und gilt als besonders vitaminreich.
Der Kronprinz Rudolf ist ein Zufallssämling, den Johann Klöckner im 19. Jahrhundert in Wolfgruben bei Gleisdorf östlich von Graz entdeckte. Er wird seit etwa 1860 angebaut, 1873 war er auf der Wiener Weltausstellung zu sehen und trägt den Namen des damaligen österreichischen Kronprinzen.
Das Kriecherl, auch Haferpflaume genannt (Prunus insititia), ist eine kleine blaue Pflaume, aus der das Steirische Kriacherl gebrannt wird. Die Vogelbeere, die Frucht der Eberesche, kommt als Brand traditionell in Tirol, der Steiermark und Salzburg vor, bringt aber nur sehr wenig Brand aus der Menge Früchte.