
Hochstämme am Südhang
Frucht & Rohstoff
Kirschwasser ist rechtlich ein Obstbrand aus Kirschen, das Wort Wasser meint nur den klaren Brand und hat mit Verdünnung nichts zu tun. In Fraxern liefern dafür rund 2 200 Hochstämme die Früchte, verteilt auf etwa 15 Sorten. Hochstämme sind die großen, frei wachsenden Bäume.
Zu den Sorten zählen die Klennzweiete, die man als die echte Fraxner Kriasi bezeichnet, außerdem Rutle, Große Schwarze, Riegerkirsche und Herzen. Wer die Namen hört, merkt: Das sind keine Marktkirschen mit Sortennummer, sondern Dorfsorten, die vor allem aus dem Ort selbst kommen.
Warum gerade Kirschen? Der Südhang über dem Rheintal fängt viel Sonne ein, und die Höhe von rund 1 000 Metern prägt den Rhythmus von Blüte und Ernte. Wenn die Bäume im Frühjahr blühen, bieten Einheimische sogar geführte Kirschblütenwanderungen durch Fraxern an.
Im Rheintal und am Ufer des Bodensees reicht das Angebot weiter. In der Gegend um Hörbranz wachsen laut der Brennerei Prinz Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen, Aprikosen und Quitten. Die Williams-Birne ist darunter die wichtigste für einen eigenen Namen: „Williams“ darf auf dem Etikett nur stehen, wenn der Brand ausschließlich aus dieser Sorte besteht.
Für den Brenner zählt, dass die Frucht reif, gesund und möglichst frisch in die Maische kommt. Faule Stellen bringen Fehltöne, die später kein Brennen mehr herausholt. Gesammelt wird deshalb sorgfältig, und was am Boden gelegen hat, aussortiert. Ein Hochstamm will gepflegt sein: Die Bäume werden geschnitten, die Wiese gemäht, und die Ernte geschieht oft von langen Leitern aus.