
Klosterneuburger Marille
Frucht & Rohstoff
Die Klosterneuburger Marille ist die Sorte, auf der der Wachauer Marillenbrand überwiegend beruht, und sie stammt aus einer Auslese zwischen 1900 und 1960. Sie bringt viel Zucker, Säure und Pektin mit, dazu ein würziges, frisches Aroma. Der Zucker wird später zu Alkohol, das Aroma soll im Glas wieder ankommen.
Ende März, Anfang April blühen die Bäume rosaweiß. Die Marillenblüte zieht in Orten wie Weißenkirchen Besucher an und ist zugleich der riskanteste Moment im Obstjahr, denn ein später Frost in diesen Tagen kann einen großen Teil der Ernte kosten.
Geerntet wird im Juli, von Hand und in mehreren Durchgängen. Bis zu fünfmal im Jahr gehen die Pflücker durch dieselben Bäume, damit nur vollreife Früchte in die Kisten kommen. Das ist Kleinarbeit, aber für den Brand entscheidend: Unreife Marillen haben weder genug Zucker noch genug Aroma. Reife Marillen sind dagegen empfindlich und halten nicht lange, weshalb die Früchte für den Brand bald nach der Ernte in die Maische kommen, solange das Aroma frisch ist. Was als Tafelobst, Marmelade oder Nektar gebraucht wird, geht an andere Abnehmer, und der Brenner bekommt die Früchte, die er für die Gärung braucht.
Die Frucht trägt ihren eigenen Herkunftsschutz. Die Wachauer Marille ist seit 1996 g.U., und ihre Qualität führt die Beschreibung auf das Klima der Region, den Boden, die traditionellen Sorten und mehr als hundert Jahre Anbau zurück. Der Wachauer Marillenbrand wird aus voll ausgereiften Früchten dieser Marille gebrannt.
Marille ist übrigens das österreichische Wort für Aprikose. Ein Aprikosenbrand und ein Marillenbrand kommen von derselben Frucht, nur der Name verrät, auf welcher Seite der Grenze er entstanden ist.