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Region & Geschichte in der Region Wachau

Donau und Marille

Region & Geschichte

Der Wachauer Marillenbrand ist seit dem EU-Beitritt Österreichs 1995 als geografische Angabe der EU geschützt, und er darf nur in 21 Gemeinden entstehen. Dazu zählen Spitz, Weißenkirchen, Dürnstein, Rossatz-Arnsdorf, Mautern und Krems, dazu fünfzehn weitere Gemeinden rund um das Donautal. Wer ein Fläschchen aus Bayern oder Ungarn in der Hand hält, hat also kein Wachauer Produkt vor sich, auch wenn die Frucht dieselbe ist.

Älter als der Brand ist die Frucht. Das Starhemberg-Archiv in Eferding belegt den Marillenanbau in der Wachau für das Jahr 1509. Richtig verbreitet hat er sich erst um 1890: Die Reblaus hatte Weingärten zerstört, und die Bauern brauchten ein zweites Einkommen. Seither stehen die Marillenbäume zwischen Reben und Donau.

Das Brennen selbst kam im Mittelalter aus Klöstern und Apotheken, wo man es als Arznei unter dem Namen aqua vitae kannte. Aus dem Heilmittel wurde mit der Zeit ein Genussmittel, und in der Wachau lag der Rohstoff direkt vor der Tür: die Marille.

Drei Namen werden gern durcheinandergeworfen. Die Wachauer Marille ist die Frucht und seit 1996 als g.U. geschützt. Der Wachauer Marillenbrand ist das Destillat daraus, mit mindestens 38 % vol und höchstens 4 g Zucker je Liter. Der Wachauer Marillenlikör schließlich ist ein Likör, also gesüßt, und gehört deshalb nicht zu den Bränden. Ein vierter Name steht daneben: Auch der Wachauer Weinbrand ist seit 1995 geschützt, wird aber aus Wein gebrannt und nicht aus Früchten.

Gebrannt wird heute bei der Domäne Wachau, in der Kremser Brennerei Bailoni und in vielen kleinen Betrieben von Winzern und Obstbauern. Wer selbst Marillen im eigenen Kessel brennen möchte, braucht dafür eine behördliche Erlaubnis. Brennen ohne Erlaubnis ist verboten, auch in Österreich.

Dazu im Lexikon

Wie sich Weinbrand und Cognac unterscheiden
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