
Drei Stile
Brandstil
Auf einer Flasche Pisco Perú stehen oft drei Wörter, die zunächst rätselhaft wirken: Puro, Acholado und Mosto Verde. Sie beschreiben nicht die Qualität, sondern die Machart. Alle drei sind einfach gebrannt, ohne Wasser und ohne Holz, und alle drei folgen der Norm NTP 211.001.
Was bedeutet Pisco Puro? Ein Puro stammt aus einer einzigen Traubensorte, vollständig vergoren. Am bekanntesten ist der Pisco Puro aus Quebranta, kräftig, rund und von verhaltenem Duft. Aus einer aromatischen Sorte wie Italia oder Torontel gebrannt, riecht ein Puro dagegen nach Blüten und Zitrus. Er zeigt die Rebsorte offen, ohne etwas zu verbergen.
Der Acholado ist ein Verschnitt aus mindestens zwei der acht Sorten, entweder als Traubenmost oder als fertiger Brand gemischt. Der Brenner kann so Körper aus der Quebranta mit Duft aus der Italia verbinden. Weil jedes Haus seine eigene Mischung hat, schmeckt ein Acholado selten wie der eines Nachbarn. Er gilt als vielseitig, auch in Cocktails.
Der Mosto Verde entsteht aus teilvergorenem Most und braucht deshalb mehr Trauben für dieselbe Menge Brand. Im Glas wirkt er meist weicher, runder, leicht süßlich im Nachklang, ohne dass Zucker hinzugefügt wäre. Auch hier kann die Rebsorte eine einzelne oder ein Verschnitt sein.
Der Unterschied zum chilenischen Pisco liegt im Regelwerk: Peru verbietet Wasser und Holz, Chile erlaubt beides. Das ist keine Wertung, sondern zwei verschiedene Traditionen unter demselben Namen. Nachlesen lässt sich das in der Region Elqui und Limarí.
Pisco Puro QuebrantaObstbrand · Quebranta, eine Sorte
- Alkohol
- 40–43 % vol
- Reife
- 0–1 Jahre
Klar und kräftig, reife Frucht und leise Nuss, runder Körper, trocken im Abgang.