
Marke und Herkunft
Region & Geschichte
Wer im Wallis nach Williamine fragt, meint meist den Birnenbrand aus Williams-Birnen. Rechtlich ist das Wort aber eine eingetragene Marke der Distillerie Louis Morand & Cie SA in Martigny und keine Herkunftsbezeichnung. Der geschützte Name des Walliser Birnenbrands lautet Eau-de-vie de poire du Valais AOP, eingetragen am 21. Dezember 2001.
Das Haus Morand gibt es seit 1889. Louis Morand war damals 22 Jahre alt und eröffnete seine Brennerei in Martigny-Combe, zuerst gemeinsam mit seinem Bruder Auguste, ein Jahr später unter eigenem Namen. Er brannte Traubentrester und stellte Absinth, Genepi und Liköre her, dazu den Bon Valaisan aus Wacholder und Enzian und einen Likör nach einem Rezept aus dem Hospiz auf dem Großen Sankt Bernhard. Nach seinem frühen Tod 1921 führte der 26-jährige Sohn André den Betrieb weiter (nach Angaben des Hauses).
Die Birne war im Wallis bis ins 19. Jahrhundert die wichtigste Obstart. Die Sorte Williams setzte sich im frühen 20. Jahrhundert vor allem durch, weil sie sich so gut zum Brennen eignete.
Beide Walliser Brand-AOP verlangen, dass Obstanbau, Lagerung, Gärung, Brennen und Abfüllung im Kanton stattfinden. Die Abricotine, der Aprikosenbrand, wurde am 6. Januar 2003 eingetragen. Die Schweiz kennt insgesamt vier Brand-AOP, zwei davon kommen aus dem Wallis.
Gebrannt wird in der Schweiz unter Aufsicht des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit, früher Eidgenössische Alkoholverwaltung. Hausbrenner sind Landwirte mit eigenem Gerät, die nur selbst angebaute inländische Rohstoffe verarbeiten; wer kein Gerät besitzt, lässt im Lohn brennen. In Deutschland ist das Brennen ohne Erlaubnis dagegen verboten.