
Birne und Aprikose
Brandstil
Der Eau-de-vie de poire du Valais AOP ist ein klarer Birnenbrand. Das Pflichtenheft verlangt einen intensiven Williams-Geschmack, krautige, ölige oder oxidierte Töne gelten als Fehler. Er hat mindestens 40 Prozent Alkohol und ruht mindestens drei Monate im Tank. Williamine von Morand ist ein Birnenbrand dieser Art, rechtlich aber eine Marke und kein Herkunftsname.
Die Abricotine AOP duftet nach Luizet-Aprikose, trocken und warm. Mit mindestens 40 Prozent Alkohol liegt sie leicht über dem Wachauer Marillenbrand, der erst ab 38 Prozent in den Handel darf. Der Unterschied zum Nachbarn Österreich liegt in der Frucht: Die Wachau nutzt überwiegend die Klosterneuburger Marille, das Wallis die Luizet.
Anders als der Zuger Kirsch, der ebenfalls eine Schweizer AOP trägt, gehört im Wallis keine Kirsche, sondern Birne und Aprikose ins Glas. Der Zuger Kirsch ruht mindestens sechs Monate und wird aus Brennkirschen am Hochstamm gewonnen; die Walliser Brände kommen aus Plantagen im Rhonetal.
Beide Walliser AOP-Brände sind Obstbrände im Sinne der EU: aus vergorener Frucht gebrannt, ohne Fremdalkohol und ungefärbt. Wer von Obstbrand und Obstgeist spricht, unterscheidet damit zwischen vergorener Frucht und in Alkohol eingelegter, unvergorener Frucht. Williamine und Abricotine gehören zur ersten Gruppe. Für den Blick aufs Etikett heißt das: Steht dort Eau-de-vie de poire du Valais AOP oder Abricotine AOP, stammt die Frucht aus dem Wallis und der Brand wurde dort vergoren, gebrannt und abgefüllt; steht dort nur ein Markenname, hilft ein Blick auf die Herkunftsangabe.
Eau-de-vie de poire du Valais AOPObstbrand · Williams-Birne (Williams Christ)
- Alkohol
- 40–43 % vol
- Reife
- 0–1 Jahre
Glasklar, intensiver Williams-Duft, saubere Frucht ohne krautige oder ölige Töne.