
Kupfer am Kap
Region & Geschichte
Was ist südafrikanischer Brandy, und woher kommt er? Es ist Weinbrand aus dem Westkap, gebrannt aus weißem Wein rund um Paarl, Stellenbosch, Worcester und Robertson. In Südafrika heißt er auf Afrikaans „brandewyn“, und bei vielen Familien gehört er so selbstverständlich zum Braai wie die Kohle. Wer ihn bestellt, bekommt je nach Flasche einen jungen Verschnitt oder einen Potstill-Brand, der über ein Jahrzehnt im Fass lag.
Eine der bekanntesten Adressen liegt bei Vlottenburg im Tal des Eerste River unweit von Stellenbosch. Nach Angaben des Hauses reicht die Tradition von Van Ryn's bis 1845 zurück, als Jan van Ryn ans Kap kam. Die heutige Brennerei wurde 1905 gebaut und hat nach eigener Aussage als einzige im Land eine eigene Küferei für Reparaturen.
Am 8. Januar 1918 gründeten Weinbauern in Paarl die KWV, eine Genossenschaft, die dem schwankenden Weinmarkt Halt geben sollte. Zu ihrem Gelände in Worcester im Breede-Tal gehört nach Angaben des Unternehmens die größte Potstill-Brennerei der Südhalbkugel, mit 120 Kupferblasen unter einem Dach.
Der Rahmen steht im Liquor Products Act von 1989, der drei Brandy-Arten festlegt: Potstill, Vintage und Blended. Was sich hinter den drei Namen verbirgt, steht weiter unten bei den Brandstilen.
Die South African Brandy Foundation hat die Brandy Route neu aufgelegt. Nach ihren Angaben gehören allein im Westkap 19 anerkannte Brennereien dazu, die Brandy Homes, mit Führungen und Verkostungen. Eine zweite Linie, die Route 62 Brandy Route, verläuft durch die Kleine Karoo.
Neben den großen Häusern gibt es Familienbetriebe wie Boplaas in Calitzdorp, das nach eigenen Angaben seit 1880 in Familienhand ist. In Robertson wurde bei Klipdrift nach Angaben des Hauses 1938 zum ersten Mal gebrannt.