
Weiße Säuretrauben
Frucht & Rohstoff
Aus welchen Trauben wird südafrikanischer Brandy gebrannt? Nach Angaben der South African Brandy Foundation vor allem aus Chenin Blanc und Colombar, zwei weißen Sorten mit viel natürlicher Säure.
Chenin Blanc heißt am Kap seit Langem auch „Steen“ und steht dort auf Rebstöcken, von denen manche nach Branchenangaben zu den ältesten der Welt gehören. Colombar ist ertragreich und liefert einen neutralen, frischen Wein, der später in der Blase wenig stört.
Warum ausgerechnet solche Sorten? Ein Wein, den niemand gern zum Essen trinken würde, taugt oft am besten zum Brennen: trocken, säurebetont und mäßig im Alkohol. Beim Erhitzen kommt dann sauberes Weinaroma heraus, ohne Restzucker oder schwere Töne, die sich später nicht mehr abtrennen lassen. Für einen Liter Brandy braucht man nach Branchenangaben etwa fünf Liter dieses Weins.
Die Trauben kommen aus den Weinbaugebieten rund um Paarl und Stellenbosch, aus dem Breede-Tal bei Worcester und Robertson und aus der Kleinen Karoo. Die Sommer sind dort trocken und warm, geerntet wird im Südsommer, also in den ersten Monaten des Jahres.
Der Vergleich mit Cognac liegt nahe, denn dort stellt ebenfalls eine säurereiche weiße Sorte, Ugni Blanc, den Brennwein; der Wein ist alkoholarm und scharf, genau das sucht der Brenner. Am Westkap hilft das Klima: Tagsüber wird es heiß, nachts kühlt oft Wind vom Meer die Hänge ab, und das hält die Säure in den Beeren.
Die Trauben brauchen nicht die höchste Reife. Früher gelesene Beeren haben mehr Säure und weniger Zucker und ergeben einen schlanken Brennwein, aus dem die Blase später das Beste holt. Gefragt ist ein sauberer, schlanker Wein in großer Menge, kein Prunkstück für die Weinkarte.