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Region & Geschichte in der Region Mähren & Slowakei

Vizovice und Walachei

Region & Geschichte

Wo kommt Slivovice her? In Tschechien fast immer aus der Mährischen Walachei, einem Hügelland im Osten des Landes, in dem Wiesen, Waldkuppen und Pflaumenbäume die Hänge unter sich aufteilen. Mittendrin liegt Vizovice bei Zlín, der Sitz der Brennerei Rudolf Jelínek. Nach Angaben des Hauses wurde die Firma 1894 gegründet, und als erster schriftlicher Beleg einer Brennerei auf dem Gut gilt dort der Urbar der Herrschaft Vizovice von 1585.

Die Pflaumenbrände selbst sind jünger als dieser Eintrag. Das Haus datiert die Herstellung von Slivovice auf die Mitte des 18. Jahrhunderts und beschreibt das Ende des 19. Jahrhunderts als Blütezeit der örtlichen Brennereien, in die auch die Gründung fiel. Das ist die Sicht eines Unternehmens auf die eigene Geschichte, doch die Region erzählt es ähnlich: Pflaumen gehörten hier zum bäuerlichen Alltag, lange bevor jemand Flaschen füllte.

Eine tschechische Besonderheit sind die Lohnbrennereien. In einer pěstitelská pálenice lassen Obstbauern ihr Obst oder ihre vergorene Maische brennen, ohne selbst eine Anlage zu besitzen. Nach dem tschechischen Verbrauchsteuerrecht darf ein Obstbauer je Brennperiode, die vom 1. Juli bis zum 30. Juni läuft, bis zu 30 Liter Alkohol aus eigener Frucht zum ermäßigten Satz herstellen lassen. Er erklärt schriftlich, dass er die Bedingungen erfüllt, und weder er noch die Menschen in seinem Haushalt dürfen den Brand verkaufen. Für jede Menge darüber gilt der volle Steuersatz.

Einen europäischen Herkunftsschutz gibt es für tschechische und slowakische Brände nicht, auch nicht für Slivovice aus Vizovice. Der Name ist trotzdem rechtlich sauber: In beiden Ländern darf ein Obstbrand aus dem Fruchtnamen mit einer Nachsilbe benannt werden, daher slivovice und slivovica, und die EU-Verordnung kennt für Pflaumenbrand außerdem die Kurzbezeichnung Slibowitz. In Vizovice führt das Haus Jelínek zudem ein eigenes Museum zur Slivovice.

Dazu im Lexikon

Tresterbrand und Herkunftsschutz am Beispiel Grappa
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