
Slivovice und Slivovica
Brandstil
Was ist der Unterschied zwischen Slivovice und Slivovica? Fast keiner im Glas, der Name folgt nur der Sprache: slivovice heißt der Pflaumenbrand auf Tschechisch, slivovica auf Slowakisch. Beide sind Obstbrand aus vergorenen Pflaumen oder Zwetschgen, beide haben mindestens 37,5 Prozent Alkohol, beide dürfen ihre Namen über die Nachsilbe bilden.
Die mährische Slivovice aus der Walachei ist der Leitbrand der Region. Sie ist zurückhaltend im Auftakt, trocken und trägt oft den Steinton nach Mandel. Es gibt sie klar und, bei den besonderen Linien, im Eichenfass gereift und bernsteinfarben.
Die slowakische Slivovica wird um Bošáca nach Überlieferung des Ortes seit Jahrhunderten gebrannt; die dortige Pálenica besteht nach Angaben ihres Eigentümers seit 1921, mündlich überliefert ist ein Alter von mehr als 300 Jahren. Der Ort, der als Slivovica-Dorf gilt, liegt im Gebiet von Trenčín im Westen der Slowakei.
Wichtig ist die Abgrenzung zur Borovička. Sie ist kein Obstbrand, sondern eine Wacholderspirituose, harzig und kräuterig im Geschmack, und gehört in eine andere Kategorie der EU-Verordnung. Für slowakische Borovička-Namen wie Spišská borovička gibt es eigene geschützte Angaben, mit Pflaumenbrand hat das nichts zu tun.
Ebenso klar gilt: Weder Slivovice noch Slivovica sind in der EU als Herkunftsangabe eingetragen. Namen wie „Vizovická slivovice“ oder „Bošácka slivovica“ stehen nicht im EU-Register. Wer auf Herkunft Wert legt, achtet auf den Hersteller und den Ort, nicht auf ein Schutzzeichen.
Mährische SlivoviceObstbrand · Zwetschgen und Pflaumen
- Alkohol
- 40–50 % vol
- Reife
- 0–15 Jahre
Klar bis bernsteinfarben, reife Pflaume, Marzipan und Steinton, trocken im Abgang.