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Region & Geschichte in der Region Szatmár & Szabolcs

Pálinka im Nordosten

Region & Geschichte

Im Nordosten Ungarns zieht die Theiß ihre breiten Schleifen durch flaches Land, und die Obstgärten reichen bis an die Dorfränder. Szabolcs, Szatmár und Bereg heißen die drei Landschaften an der Grenze zu Rumänien und zur Ukraine. In Tarpa steht ein Pálinkaház, das den Ort als Pálinka-Hauptstadt der Gegend vorstellt.

Was ist Pálinka? In Ungarn trägt den Namen kein beliebiger Schnaps, sondern nur ein Obstbrand, der das Gesetz 2008. évi LXXIII erfüllt. Das Obst muss zu hundert Prozent in Ungarn gewachsen sein, Maischen, Brennen und Abfüllen finden im Land statt, und Zucker, Aromen oder fremder Alkohol sind verboten. Der Brand braucht mindestens 37,5 % vol. Den Namen teilt sich Ungarn auf EU-Ebene mit Österreich, wo Marillenbrand aus bestimmten Bundesländern ebenfalls Pálinka heißen darf.

Über die Grundregel hinaus schützt die EU mehrere regionale Pálinkas mit eigener geografischer Angabe. Aus dem Nordosten stammen die Szatmári Szilvapálinka, die Szabolcsi Almapálinka und die Újfehértói meggypálinka, aus dem Körös-Land im Südosten die Békési Szilvapálinka. Der Unterschied zwischen Pálinka und gewöhnlichem Obstbrand liegt also weniger im Verfahren als in der Herkunft des Obstes.

Dazu kommt das Brennen im Hof. Im September 2010 trat in Ungarn eine Regelung in Kraft, nach der Privatleute für den Eigenbedarf Pálinka ohne Genehmigung und ohne Branntweinsteuer herstellen durften. Die EU-Kommission leitete ein Vertragsverletzungsverfahren ein, weil Verbrauchsteuern auf Alkohol europaweit abgestimmt sind. In Deutschland bleibt es dabei: Wer ohne behördliche Erlaubnis brennt, macht sich strafbar.

Gebrannt wird heute in Familienbetrieben und in Brennereien, die Besucher durch ihr Haus und ihre Brände führen.

Dazu im Lexikon

Wie Italien seinen Tresterbrand Grappa schützt
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