Botanicals in der Region Menorca

Wacholder ohne Beiwerk

Botanicals

Die meisten Gins mischen ein halbes Dutzend Botanicals zusammen: Koriander, Zitrusschalen, Angelikawurzel. Gin de Mahón nicht. Nach der Vorschrift, die den Namen schützt, darf außer Wacholderbeeren kein weiteres Botanical hinein. Kein Aroma, kein Extrakt, kein Zusatz.

Das macht den Wacholder selbst zur Hauptsache. Er wächst wild auf den trockenen Kalkböden der Insel, in der Macchia, die man hier Garriga nennt. Oft steht er zwischen Steineichen und Zwergpalmen. Der Tramuntana, der raue Nordwind über der Insel, härtet die Sträucher. Er konzentriert das Harz in den Beeren.

Geerntet werden die reifen, dunkelblauen Beeren traditionell von Hand. Das geschieht meist im Herbst, wenn sie ihre volle Bitterkeit entwickelt haben. Bevor sie in die Brennblase kommen, mazerieren sie im Alkohol. So lösen sich die ätherischen Öle.

In der Destillerie Xoriguer am Hafen von Mahón hält die Familie Pons nach eigener Aussage eine geheime Auswahl weiterer Kräuter zurück. Sie wird vor jeder Destillation unter Ausschluss der Öffentlichkeit zugegeben. Belegen lässt sich das nicht, es bleibt eine Erzählung aus dem Haus selbst.

Für den Geschmack heißt das: Wo ein London Dry auf Zitrus und Wurzelwerk baut, bleibt Gin de Mahón beim Harzigen. Nadelig, fast kiefernhaft, ganz auf den reinen Wacholder konzentriert.

Damit gehört Gin de Mahón zu den wenigen Wacholderspirituosen Europas, die man nach dem einzigen Botanical benennen könnte, das überhaupt in ihnen steckt. Andere Regionen brauchen ein Dutzend Zutaten für ihren Charakter, Menorca kommt mit einer einzigen aus.

Grab dich durchSchicht antippen

Ein schmales, steiniges Band aus verwittertem Kalk und wenig organischem Material.

Die Wurzel: Die Wurzeln der Wacholdersträucher bleiben flach, weil tiefer kaum Nährstoffe warten.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

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