
Vanille, Banane, Honig
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Ein Mount Gay Eclipse ist golden bis hell bernsteinfarben und riecht meist nach Vanille, reifer Banane und Orangenschale. Im Mund schmeckt er weich, mit etwas Karamell und einem milden, leicht würzigen Abgang. Das ist der Typ Rum, den viele als ersten Barbados-Rum probieren und der sich gut mit dem Rumstil der Insel vertraut macht. Die Holznote bleibt dezent, und gerade deshalb eignet er sich auch zum Mischen, etwa in einem schlichten Highball mit Limette.
Wer zwei Rums vergleichen möchte, stellt neben das Beispiel von Mount Gay einen reiferen Rum von St Nicholas Abbey. Der zweite zeigt, was Sirup und kleine Brennblase aus demselben Zuckerrohr machen: Honig, geröstete Nüsse, Gewürz, mehr Süße im Duft und ein längerer, ölig-weicher Nachhall. Die Unterschiede sind fein, aber im direkten Nebeneinander deutlich.
Das richtige Glas macht den Vergleich leichter. Ein Nosing-Glas oder kleines Tulpenglas mit schmaler Öffnung sammelt die Aromen und lässt sie langsam aufsteigen. Der Rum sollte Zimmertemperatur haben, etwa 18 bis 20 Grad, damit die Aromen nicht verstummen. Zuerst riecht man mehrmals, dann nimmt man einen kleinen Schluck und lässt ihn kurz im Mund. Wer mehrere Rums nacheinander probiert, beginnt mit dem leichtesten und endet mit dem kräftigsten, und spült dazwischen den Mund mit Wasser.
Wer Rum pur probiert, kann nach dem ersten Eindruck ein paar Tropfen Wasser dazugeben. Das mindert die Schärfe des Alkohols und öffnet manche Aromen, besonders bei höheren Abfüllstärken. Ein Urteil gibt es dabei nicht, nur Unterschiede im Duft und im Geschmack.