
Weich und rund
Verkosten
Wie schmeckt Rum aus Barbados, wenn man ihn pur verkostet? Meist weich und rund, mit Vanille und Karamell, dazu getrocknete Früchte, Orangenschale und Backgewürz. Der Holzton ist spürbar, aber selten bitter. Das gilt für viele Abfüllungen, nicht für jede, denn die Fassnachreifung verschiebt das Bild.
Drei Beispiele aus Foursquare zeigen die Bandbreite. Die Serie Exceptional Cask Selection, kurz ECS, lebt von Fässern und Finishes. Doorly's 12 ist ein zwölfjähriger Rum desselben Hauses und zeigt den klassischen Stil. R.L. Seale's trägt den Familiennamen und steht für den Rum, den man auf der Insel am Tresen kennt.
Ein Nosing-Glas oder eine Tulpe bündelt den Duft, ein breiter Tumbler lässt ihn entweichen. Zimmertemperatur reicht aus, kalt verschließen sich die Aromen. Wer pur beginnt, nimmt zuerst kleine Schlucke und lässt den Rum im Mund arbeiten, bevor er den Duft im Abgang prüft.
Ein paar Tropfen Wasser öffnen den Rum. Bei Abfüllungen mit höherer Stärke lösen sie Fruchtaromen und mildern die Schärfe. Das Verhältnis ist Geschmackssache; ein Tropfen nach dem anderen und zwischendurch riechen ist ein vernünftiger Weg.
Wer Vergleiche mag, stellt zwei Barbados-Rums nebeneinander, etwa einen mit Bourbonfass-Reifung und einen mit Portfass-Finish. Der Unterschied liegt dann fast ganz im Holz, denn das Destillat darunter bleibt verwandt. Wer dazu etwas Brot oder ein Stück dunkle Schokolade bereitstellt, schmeckt, wie sich Süße und Bitterkeit des Holzes auf der Zunge verschieben.