
Verschnitt, kein Rum
Rumstil
Der Rum-Verschnitt ist der Flensburger Leitstil, und er ist rechtlich kein Rum. Das Gesetz nennt ihn eine Spirituose, die in Deutschland aus Rum und Neutralalkohol gemischt wird. Mindestens fünf Prozent des Alkohols müssen aus Rum stammen, der Rest ist Alkohol aus landwirtschaftlichen Rohstoffen.
Auf dem Etikett muss das Wort „Verschnitt“ genauso groß, in derselben Schrift und Farbe und in derselben Zeile wie „Rum“ stehen. So soll niemand glauben, er kaufe reinen Rum. Die Mindeststärke liegt bei 37,5 Prozent, üblich sind 40 bis 42.
Im Glas schmeckt ein Verschnitt meist milder und glatter als ein reiner Jamaika-Rum. Das liegt am Neutralalkohol, der das Aroma verdünnt, und am Wasser. Je höher der Rumanteil, desto mehr bleibt von Melasse, Karamell und Gewürz. Wie hoch er bei einer Flasche ist, verrät das Etikett nicht immer. Wer es genau wissen will, fragt im Rumhaus nach der Mischung.
Ein billiger Rum ist der Verschnitt deshalb nicht. Er ist ein eigenes Erzeugnis mit eigener Geschichte, entstanden aus Zollfragen und aus dem Wunsch, Rumaroma auf viele Flaschen zu verteilen. Wer ihn kauft, bekommt einen milden braunen Alkohol mit Rumnote, der sich gut für Grog und Punsch eignet und nicht mit einem Rum aus Pot Still verglichen werden will.
Ein naher Verwandter ist der österreichische Inländerrum. Er besteht seit 1999 ausschließlich aus Rum-Alkohol und einer Essenz, hat mindestens 38 Prozent und eine geschützte Herkunft. Beide sind im Rechtssinn kein Rum, aber der Flensburger Verschnitt setzt auf Mischung mit Neutralalkohol, der Inländerrum auf Aromatisierung.
Flensburger Rum-VerschnittMelasse · Brennblase und Kolonne
- Alkohol
- 37,5–54 % vol
- Reife im Fass
- 0 Jahre
Brauner, milder Mix aus Rum und Neutralalkohol; mindestens 5 % des Alkohols stammen aus Rum.