
Nase, Mund, Abgang
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Ein dominikanischer Añejo zeigt sich am besten in einem Nosing-Glas mit schmaler Öffnung, die die Aromen bündelt, oder in einem kleinen Tumbler. Zimmertemperatur, also etwa 18 bis 20 Grad, genügt, denn Kälte dämpft die Aromen und mit ihnen die Süße.
Zum Vergleichen taugen drei Linien eines Hauses aus Santo Domingo: Ron Barceló Blanco, Barceló Gran Añejo und Barceló Imperial. Der Blanco ist die leichteste Stufe, Gran Añejo und Imperial gehören zu den gereiften. Wer sie nebeneinander riecht, merkt, wie aus Frische und Süße nach und nach Holz, Karamell und Gewürz werden.
Zuerst riecht man, ohne das Glas ganz an die Nase zu nehmen, damit der Alkohol nicht alles überdeckt. Dann kommt ein kleiner Schluck, den man kurz im Mund lässt: Süße vorne, Holz und Gewürz in der Mitte. Der Abgang zeigt, wie lange das Aroma bleibt.
Bei 37,5 bis 40 % vol braucht dieser Rum kaum Wasser. Ein paar Tropfen können zeigen, ob sich noch etwas öffnet, mehr braucht es selten. Wer mit Rum wenig Erfahrung hat, bemerkt zuerst die Süße und danach das Holz.
Dass ein Rum süß wirkt, muss nicht an zugesetztem Zucker liegen. Vanille und Karamell aus dem Fass täuschen Süße vor, auch wenn nichts zugegeben wurde. Deshalb lohnt es sich, einen jungen und einen älteren Rum direkt hintereinander zu probieren. Kurze Notizen helfen: Süße, Holz, Gewürz und die Länge des Abgangs.