
Light, medium, heavy
Rumstil
Demerara Rum ist kein einzelner Geschmack, sondern eine Familie aus drei Körperklassen. Sie heißen light, medium und heavy und unterscheiden sich in der Menge an Begleitstoffen, die beim Brennen im Destillat bleiben: unter 30 Gramm je Hektoliter reinen Alkohols bei light, 30 bis 300 bei medium, über 300 bei heavy. Die Zahl wird im Labor gemessen, nicht geschätzt.
Ein leichter Demerara kommt aus der Säule. Er ist sauber und trocken, mit wenig Fruchtester, und eignet sich gut für Mischgetränke, weil er nicht dominiert. Der mittlere bringt schon dunklen Zucker und Gewürz mit. Mit Reife wird er zu dem, was man mit Guyana verbindet: Brown Sugar, Toffee, getrocknete Früchte, dazu ein leichter Rauchton.
Ein schwerer Demerara stammt aus der Pot Still. Er ist dichter und herber, oft mit dunkler Frucht, Teer und Lakritz und einem langen Nachhall. Er wird vor allem zum Verschnitt gebraucht, weil er einem Blend Tiefe gibt. Manche Abfüller bringen einzelne Marques auch unverschnitten heraus.
Beim Namen Demerara lauert ein Missverständnis. Demerara-Zucker und Demerara Rum haben denselben Namen, weil beide aus der Gegend am Fluss stammen, doch sonst nichts miteinander zu tun. Der braune Zucker ist ein Lebensmittel, der Rum ein Destillat, und nur der Rum unterliegt der geschützten Herkunft.
Zum Vergleich mit anderen Rumregionen: Der Demerara-Stil von Diamond und El Dorado steht zwischen spanischem Leichtrum aus Kuba und dem esterreichen Rum Jamaikas. Er ist würziger und dunkler als der eine, aber meist weniger fruchtig-scharf als der andere. Die drei Steckbriefe zeigen, wo die Klassen mit ihren Alkoholstärken und Reifedauern liegen.
Demerara Light & MediumMelasse · Kolonne
- Alkohol
- 40–43 % vol
- Reife im Fass
- 0–25 Jahre
Weich, trocken bis karamellig, wenig Ester, Toffee und Gewürz bei Reife.