
Leicht und trocken
Rumstil
Ron ligero, leichter Rum, heißt der Stil, der Kubas Rum in der Welt bekannt gemacht hat. Gemeint ist ein Rum, der trocken, weich und wenig würzig schmeckt. Sein Vorbild ist nicht Wucht, sondern Glätte, und deshalb eignet er sich für Mischgetränke ebenso wie für den ruhigen Schluck.
Leicht wird er an mehreren Stellen zugleich. Die Gärung ist kurz, die Säule trennt viele Aromastoffe ab, und das Fass bildet nur einen Teil der Mischung, denn gereifter Aguardiente wird mit gefiltertem Alkohol und Wasser verbunden. Das Ergebnis schmeckt nach Vanille und Karamell, ohne dass ein einzelnes Aroma dominiert.
Die Herkunftsregel nennt Typen, vom Añejo Blanco über den Carta Blanca und den Añejo Reserva bis zum Extra Seco und zum Extra Añejo. Abgefüllt wird mit 37,5 bis 41 Prozent Alkohol, nur Extra-Qualitäten dürfen abweichen. Gesüßt wird mit kubanischem Rohrzuckersirup, höchstens 20 Gramm je Liter, gefärbt nur mit Zuckerkulör zum Angleichen.
Der Rhum agricole der Französischen Antillen ist das Gegenstück. Er entsteht aus frischem Zuckerrohrsaft und schmeckt grasig und pfeffrig, kubanischer Rum dagegen kommt aus Melasse und schmeckt rund und holzig-süß. Auch der fruchtige, esterreiche Rum aus Jamaika ist ein anderer Typ, der aus Brennblasen und langer Gärung lebt.
Maestros del Ron Cubano heißen die Rummeister, die diesen Stil bauen. Ihr Wissen erkannte die UNESCO im Dezember 2022 als immaterielles Kulturerbe der Menschheit an. Nach Angaben der Fachpresse wird es mündlich und in der Praxis weitergegeben, von Meister zu Lehrling, und wer Meister werden will, braucht mindestens fünfzehn Jahre Erfahrung.
Cuban light rum (Ron Cubano)Melasse · Kolonne
- Alkohol
- 37,5–45 % vol
- Reife im Fass
- 1–15 Jahre
Leicht, trocken bis weich, Vanille, Karamell, Trockenfrucht; Aguardiente plus gefilterter Alkohol.