
Carta Blanca, Añejo
Rumstil
Der Stil, den Santiago de Cuba geprägt hat, heißt Carta Blanca: ein heller, leichter Rum aus Melasse, aus der Kolonne gebrannt und mit Holzkohle gefiltert. Facundo Bacardís Rum von 1862 gilt in der Firmengeschichte als der erste klare, leichte und mixbare weiße Rum der Welt. Das ist eine Herstellerangabe, doch der Stil hat weltweit Schule gemacht.
Hell bedeutet nicht jung. Carta Blanca hat Fassreife hinter sich und wird danach entfärbt, ein Añejo wirkt dunkler und hat mehrere Jahre hinter sich. Die Wörter Añejo und Extra Añejo auf dem Etikett sind Handelsbegriffe. Eine einheitliche Norm gibt es nur in einzelnen Ländern, und für Kuba soll die Angabe „Cuba“ Mindeststufen festlegen. Das erklärt, warum zwei Flaschen mit demselben Wort ganz verschieden schmecken können.
Was unterscheidet diesen Stil vom Rum aus Jamaika oder Martinique? Jamaika setzt auf Brennblasen und lange Gärung, Martinique auf frischen Zuckerrohrsaft. Kuba nimmt Melasse, kurze Gärung und Kolonne und liefert damit das ruhigste Profil der drei: wenig Frucht, wenig Säure, ein Hauch Vanille und Karamell aus dem Holz.
Fachleute sprechen vom spanischen Stil oder von Ron ligero, dem leichten Rum. Er ist auch in Puerto Rico, der Dominikanischen Republik und Venezuela verbreitet. Bacardí gehört mit 19,7 Millionen Neun-Liter-Kisten im Jahr 2024 zu den meistverkauften Rummarken der Welt und stand auf Platz zwei der Rangliste. Der Stil lebt in Kuba in der Fabrik von Ron Santiago de Cuba weiter, während Bacardí selbst heute vor allem in Puerto Rico brennt.
Carta Blanca (kubanisch leicht)Melasse · Kolonne
- Alkohol
- 37,5–40 % vol
- Reife im Fass
- 1–3 Jahre
Hell, leicht, wenig Frucht, ein Hauch Vanille und Karamell, weicher kurzer Abgang.