
Die Kreolsäule
Brennen
Wie wird Rhum agricole gebrannt? In einer Kreolsäule, einer kontinuierlich laufenden Brennsäule. Die AOC schreibt ihren Bau vor: Der untere Teil hat mindestens 15 Böden aus Edelstahl oder Kupfer, der obere Verstärkerteil besteht ganz aus Kupfer und hat fünf bis neun Böden. Der Durchmesser liegt zwischen 0,7 und 2 Metern.
Oben läuft der vergorene Saft ein, unten steigt Dampf auf. Auf jedem Boden trennen sich Alkohol und Wasser ein Stück weiter, bis oben ein Destillat mit 65 bis 75 % vol abfließt. Gebrannt werden darf vom 2. Januar bis zum 5. September, also etwas länger, als geerntet wird.
Die Kreolsäule geht auf die Technik zurück, mit der Frankreich Alkohol aus Rüben brannte. Anders als eine Brennblase, die Charge für Charge arbeitet, läuft sie ohne Pause, solange Saft nachkommt.
JM brennt nach eigenen Angaben in zwei kupfernen Kreolsäulen und geht nicht über 72 % vol, um das Aroma des Rohrs zu erhalten. Das Wasser, mit dem später auf Trinkstärke verdünnt wird, kommt nach Angaben des Hauses aus Quellen der Montagne Pelée. Saint-James brennt in Sainte-Marie neben den eigenen Rums auch die der Marke J. Bally.
Die AOC misst, wie viel Aroma im Rum bleibt. Der Mindestgehalt an flüchtigen Bestandteilen liegt beim blanc bei 225 Gramm je Hektoliter reinen Alkohols, beim élevé sous bois bei 250 und beim vieux bei 325. Abgefüllt wird mit mindestens 40 % vol, das sind zweieinhalb Punkte mehr als die EU-Untergrenze von 37,5 %.