
Melasse gegen Saft
Rumstil
Zwei Stile teilen sich den Norden von Mauritius, und beide haben mit dem Zucker zu tun. Der erste ist der Melasserum nach Art von Grays, der zweite der Saftrum von Häusern wie dem Domaine de Labourdonnais. Beide sind Rum, doch im Glas liegen Welten dazwischen.
Der Melasserum aus der Säule ist leicht, rund und weich. Karamell, Vanille und getrocknete Früchte stehen im Vordergrund, dazu kommt das Holz aus dem Fass, das Gewürz und leichte Bitterkeit mitbringt. Er ist süßer im Geruch als im Mund und meist ohne scharfe Kanten.
Der Saftrum dagegen bringt Frische, Gras und eine pfeffrige Note mit. Weil Saft sich nicht lagern lässt, wird er in der Erntezeit gebrannt und vom Brenner sofort verarbeitet. Das Rohr muss dafür frisch aus der Nähe kommen. Wie es mit dem Saftrum im Süden der Insel weitergeht, liest man in der Region Chamarel.
Dazu kommt ein dritter Typ, der oft im Regal landet: der aromatisierte Rum mit Gewürzen. Er hat den Rum als Basis, darf sich aber in der EU nicht Rum nennen, sondern Spirituose. Auf dem Etikett erkennt man ihn an Zusätzen wie Spiced.
Die Unterschiede lassen sich schnell prüfen. Melasserum riecht nach Holz und Süße, Saftrum nach Gras und Frucht, und der gewürzte Rum nach Vanille und Zimt. Wer vergleichen will, nimmt zuerst den jungen Saftrum, danach den gereiften Melasserum, denn umgekehrt überdeckt die Holzwucht die feinen Töne.
Mauritius MelasserumMelasse · Kolonne
- Alkohol
- 40–45 % vol
- Reife im Fass
- 0–10 Jahre
Leicht und rund, Karamell, Vanille und Trockenfrucht aus dem Eichenfass.