
Fünf Säulen
Brennen
Wie wird Flor de Caña gebrannt? Nach Angaben des Hauses läuft der Alkohol durch eine Anlage aus fünf Säulen, in der er Stufe für Stufe von Wasser und schweren Begleitstoffen getrennt wird. Eine Kesselbrennblase wie in Jamaika gehört nicht zu dieser Anlage. Das Haus wirbt mit fünffacher Destillation, technisch beschrieben ist eine Fünf-Säulen-Anlage.
Eine Säule ist ein hoher Turm mit Böden. Die vergorene Maische läuft von oben nach unten, Dampf steigt von unten auf. Auf jedem Boden bleibt etwas Schweres zurück, nach oben wandert der leichte Alkohol. Weil das ohne Pause geschieht, nennt man den Betrieb kontinuierlich. Ein Kessel dagegen wird Charge für Charge gefüllt und geleert.
Mehrere Säulen hintereinander machen das Destillat sehr sauber und leicht. Die EU verlangt, dass Rum unter 96 % vol destilliert wird. Je näher ein Brand an dieser Grenze liegt, desto neutraler schmeckt er, und je weiter darunter, desto mehr Aroma des Rohstoffs bleibt im Destillat.
Das Ergebnis in Chichigalpa ist ein heller, schlanker Brand mit wenig Eigengeschmack. Den Charakter bekommt der Rum später im Fass. Flor de Caña sagt von sich, nach der Destillation weder Zucker noch Zusatzstoffe zuzugeben.
Die Marken der Reihe unterscheiden sich vor allem durch Reifung und Verschnitt. Dazu gehören der Añejo Clásico, der Gran Reserva 7 und die Abfüllungen Centenario 12, 18 und 25 sowie weiße Rums für Cocktails. Ein Brenner, der so arbeitet, setzt auf Gleichmäßigkeit: Eine Flasche von heute soll schmecken wie die von vor zehn Jahren, und das gelingt mit Säulen leichter als mit Kesseln.