
Leicht, spanisch
Rumstil
Der Rum aus Chichigalpa gehört, wie der Rum Nicaraguas insgesamt, zum spanischen Stil, einer Gruppe von Rums, die aus Melasse in Säulen gebrannt werden und leicht im Geschmack sind. Zu ihr zählen Rums aus Kuba, Puerto Rico, der Dominikanischen Republik, Venezuela, Panama und Guatemala. Der Begriff ist kein Rechtsbegriff, sondern eine Branchenbezeichnung.
Melasse, kurze Gärung und Säulenbrand bilden die Grundlage. Das ergibt ein schlankes Destillat, aus dem Fass und Verschnitt den Rum formen. Im Glas schmeckt er rund, weich und leicht süß, mit Vanille und Karamell. Er soll gefallen, ohne anzuecken: ein Rum für Mischgetränke ebenso wie für das Glas pur.
Vom Jamaika-Stil mit Kesselbrennblase und viel Ester ist er weit entfernt: Dort riecht man Banane, Ananas und Klebstoff, hier vor allem Holz und gebrannten Zucker. Vom Rhum agricole, der aus frischem Rohrsaft kommt und grasig schmeckt, trennt ihn der Rohstoff. Und der Nachbar Guatemala nimmt für seinen bekanntesten Rum eingedickten Rohrsaft, also Sirup, statt Melasse.
Anders als bei Jamaika verbietet keine Herkunftsregel das Süßen. In der EU sind höchstens 20 Gramm Zucker je Liter erlaubt, und auf dem Etikett muss der Zuckergehalt nicht stehen. Flor de Caña sagt von sich, nach der Destillation weder Zucker noch Zusatzstoffe zuzugeben. Ob ein Rum gesüßt ist, verraten bei anderen Marken nur Laboranalysen.
Der Steckbrief unten fasst den Stil zusammen. Die Spanne der Reifung ist groß, bei Flor de Caña nach Angaben des Hauses von vier bis 25 Jahren, und mit dem Alter wandert der Geschmack von frischer Süße zu Holz, Röstnoten und Trockenfrucht.
Nicaragua, spanischer StilMelasse · Kolonne
- Alkohol
- 40 % vol
- Reife im Fass
- 4–25 Jahre
Leicht, rund und weich: Vanille, Karamell, Röstnoten, mit dem Alter mehr Holz und Trockenfrucht.