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Zuckerrohr & Melasse in der Region Nicaragua: Chichigalpa

Rohr und Asche

Zuckerrohr & Melasse

Flor de Caña beginnt als Zuckerrohr, das in der Ebene rund um Chichigalpa wächst. Nach Angaben des Hauses ist die Marke ein Single-Estate-Rum: Rohr, Melasse, Brand und Reifung bleiben auf demselben Gelände. Aus dem Rohr wird zuerst Zucker gemacht, und erst was dabei übrig bleibt, wird zu Rum.

Der Boden gilt als wichtiger Grund für diesen Standort. Der San Cristóbal gehört zur Vulkankette der Cordillera de los Maribios, die das Pazifiktiefland im Westen Nicaraguas begrenzt. Mit rund 1700 Metern ist er der höchste Vulkan des Landes und noch aktiv. Seine Asche, so das Haus, düngt die Felder.

Das Klima teilt sich in Regenzeit und Trockenzeit, die dort etwa von November bis April dauert. In der Trockenzeit beginnt die Zafra, wie die Zuckerernte in Lateinamerika heißt. Das Rohr wird geschnitten, zum Ingenio San Antonio gefahren und gepresst. Der Saft wird eingekocht, bis sich Zuckerkristalle absetzen. Was die Kristalle zurücklassen, ist die Melasse.

Melasse, Zuckerrohrsaft und Sirup sind drei verschiedene Ausgangsstoffe. Saft schmeckt frisch und grasig und muss sofort verarbeitet werden, weil er schnell verdirbt. Melasse dagegen ist haltbar, dunkel und leicht röstig süß. In Chichigalpa ist sie der Rohstoff der Brennerei, und deshalb ist Flor de Caña kein Rhum agricole.

Die Ernte ist schwere Arbeit bei großer Hitze. Im Westen Nicaraguas, besonders in Chichigalpa, sind viele Zuckerrohrarbeiter an einer chronischen Nierenerkrankung erkrankt, deren Ursache nicht zu den üblichen zählt, kurz CKDnT. Studien nennen Hitzebelastung, das Schneiden von Rohr in der Trockenzeit und Flüssigkeitsmangel als Risikofaktoren, auch Pestizide werden untersucht. Eine einzelne Ursache ist nicht geklärt. Arbeiter in der Region fordern seit mehr als zwanzig Jahren Behandlung und Entschädigung.

Dazu im Lexikon

Wie viel Zucker im Rum stecktRhum agricole aus frischem Zuckerrohrsaft
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Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft