
Honig und Saft
Rumstil
Kanarischer Rum lässt sich nicht in einen einzigen Stil pressen, weil die Inseln eigene Wege gehen. Da ist der klassische Zuckerrohrbrand aus den alten Zuckerfabriken, den Arehucas als Carta Blanca und Carta Oro abfüllt, dazu auf La Palma der Saftrum von Ron Aldea. Das Eigengewicht der Region hat aber der Ronmiel de Canarias, ein Getränk mit Rum, das rechtlich kein Rum ist.
Der Ronmiel ist der eigentliche Leitstil, denn nur er hat hier eine geschützte Herkunft. Die Spezifikation beschreibt ihn als klar, goldgelb bis tief mahagonibraun. Im Geruch bestimmt Honig, dazu kommen Noten von Rum. Im Mund ist er süß und ölig weich. Der Nachgeschmack erinnert an Honig und Rum. Auf dem Etikett darf „dulce“ stehen, wenn er mehr als 150 Gramm Zucker je Liter enthält, und „semidulce“ bei 150 Gramm oder weniger.
Die Angabe „selecto“ darf tragen, wer Honig von den Kanaren verwendet und Rum, der auf den Inseln gemacht wurde. Ohne dieses Wort kann ein Ronmiel auch Zutaten von anderswo enthalten, solange er im Archipel gemischt wird.
Vom Spiced Rum, dem gewürzten Rum, trennt ihn die Süße aus Honig und eine eigene Herkunftsregel; Aromen dürfen zwar zugesetzt werden, doch der Ton kommt vom Honig. Vom Saftrum der Insel La Palma trennt ihn das Wesentliche. Ron Aldea ist ein Rum aus frisch gepresstem Rohrsaft, der meist grasiger und frischer schmeckt als Melasserum. Der Ronmiel bleibt ein süßer, schwächerer Likör.
Dass der Ronmiel so ein eigener Stil wurde, hat historische Gründe. Er stammt, wie der Antrag festhält, aus der Tradition der Haushalte, der Tascas und der Ventas. Das sind die einfachen Wirtschaften und Landgasthäuser. Industriell hergestellt und in eigenen Flaschen verkauft wurde er erst, als nach 1950 der Tourismus wuchs.
Ronmiel de CanariasMelasse und Saft · Brennblase und Kolonne
- Alkohol
- 20–30 % vol
- Reife im Fass
- 0 Jahre
Honig vorn, Rum dahinter, süß und ölig weich; goldgelb bis mahagonibraun.