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Verkosten in der Region Gran Canaria & die Kanaren

Glas und Geduld

Verkosten

Im Glas zeigt Ronmiel de Canarias, was seine Spezifikation verspricht: eine klare Flüssigkeit zwischen goldgelb und tief mahagonifarben. Wer daran riecht, nimmt zuerst Honig wahr, Rum liegt dahinter. Der Schluck ist süß und ölig, der Nachhall bleibt lange bei Honig und Rum. Die Spezifikation erlaubt bis zu 350 Gramm Zucker je Liter; das macht ihn zu einem Getränk für kleine Gläser.

Für die Rums braucht man ein Nosing-Glas, ein tulpenförmiges Glas mit engerer Öffnung, das die Aromen sammelt. Man riecht zuerst mit leicht geöffnetem Mund, nimmt dann einen kleinen Schluck und lässt ihn kurz im Mund. Zimmertemperatur ist richtig, denn Kälte verschluckt Aromen. Ein paar Tropfen Wasser öffnen einen Rum von 40 Prozent vol manchmal, nötig sind sie nicht.

Als Beispiele bieten sich vier Namen an. Arehucas Carta Blanca und Carta Oro, beide aus Arucas, zeigen nebeneinander verkostet, wie weit Farbe und Aroma eines Hauses auseinandergehen können. Ron Aldea von La Palma steht für den Rum aus frischem Rohrsaft. Ein Ronmiel, etwa der von Arehucas, zeigt dazu den Honigstil der Inseln.

Ronmiel schmeckt in kleinen Mengen, im Likörglas oder in einem kleinen Tumbler, bei Zimmertemperatur oder leicht gekühlt. Wasser braucht er nicht, denn sein Alkoholgehalt liegt ohnehin nur zwischen 20 und 30 Prozent vol.

Wer mehrere Proben nebeneinander stellt, geht vom Leichten zum Schweren und vom Trockenen zum Süßen: erst der weiße, dann der goldene Rum, zuletzt der Ronmiel. So bleibt der Honig nicht auf der Zunge liegen und verdeckt nichts. Hilfreich ist auch ein Notizzettel mit den Eindrücken zu Geruch, Geschmack und Nachhall, damit der Vergleich nicht im Kopf verschwimmt.

Dazu im Lexikon

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