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Rum-Tasting zu Hause: Reihenfolge, Menge, Notizen

Der Probierabend

Rum-Tasting zu Hause: Reihenfolge, Menge, Notizen

Für ein Rum-Tasting zu Hause reichen vier bis sechs Rums mit je 1 bis 2 Zentilitern pro Person, geordnet von leicht zu schwer und von niedriger zu hoher Alkoholstärke. Dazu gehören stilles Wasser, neutrales Brot, gleiche Gläser, ein einfacher Notizbogen und ein Thema, das die Proben verbindet.

Ein Thema für das Rum-Tasting wählen

Ein gutes Tasting hat einen roten Faden. Sechs zufällige Flaschen nebeneinander ergeben ein Durcheinander, aus dem man wenig mitnimmt. Besser ist eine Frage, die der Vergleich beantwortet. Wie unterscheidet sich Rum aus Saft von Rum aus Melasse? Was macht die Brennblase aus? Was passiert mit einem Stil, je länger er im Fass liegt?

Für Einsteiger eignet sich ein Länderbogen: ein Rum aus Barbados, ein Rhum Agricole aus Martinique, ein Jamaika-Rum, ein Demerara-Rum aus Guyana. Wer schon Erfahrung hat, wählt ein engeres Thema, etwa drei Altersstufen derselben Brennerei oder Rums gleicher Herkunft mit und ohne Zuckerzusatz. Je enger das Thema, desto feiner die Unterschiede, die man lernt.

In welcher Reihenfolge verkostet man Rum?

Die Reihenfolge entscheidet, ob die späteren Rums noch eine Chance haben. Bewährt hat sich: von leicht zu schwer, von jung zu alt, von niedriger zu hoher Stärke, von trocken zu süß. Ein Overproof oder ein stark gesüßter Rum gehört ans Ende, weil Alkohol die Schleimhaut betäubt und Zucker einen Film auf der Zunge hinterlässt.

Bei sehr aromastarken Rums wie einem Jamaika aus hoher Esterklasse lohnt es sich, ihn ebenfalls spät einzuplanen. Sein Duft kann noch Minuten im Raum und in der Nase hängen. Zwischen zwei Proben hilft ein Schluck Wasser und ein Stück ungesalzenes Weißbrot, um den Mund zu neutralisieren. Kaffeebohnen, die manche als Riechhilfe anbieten, bringen eher einen neuen Geruch dazu.

Wer blind verkosten will, braucht eine zweite Person. Sie schenkt in nummerierte Gläser ein und notiert, welche Nummer zu welcher Flasche gehört. Die Teilnehmer sehen die Flaschen erst am Ende. Das macht ehrlich: Plötzlich schneidet der günstigere Rum manchmal besser ab als der teure.

Wie viel Rum pro Person: Menge und Verantwortung

Ein Zentiliter reicht, um einen Rum in Nase und Mund zu beurteilen, zwei Zentiliter erlauben einen zweiten Anlauf mit Wasser. Mehr ist für ein Tasting nicht nötig. Die Summe zählt: Sechs Proben zu je zwei Zentilitern mit 40 Prozent sind zusammen 4,8 Zentiliter reiner Alkohol, rund 38 Gramm. Das ist eine Menge, die man bei der Planung ernst nehmen sollte.

Darum gilt: Niemand muss jedes Glas leeren. Ein Spuckbecher ist bei Profis selbstverständlich und keine Unhöflichkeit. Wasser steht immer auf dem Tisch, und vorher gibt es eine richtige Mahlzeit. Wer fahren muss, verkostet nicht. Ein Tasting ist dafür da, Unterschiede zu entdecken, nicht dafür, möglichst viel zu trinken.

Notizen beim Rum-Tasting: ein einfacher Bogen

Ein Notizbogen braucht nicht mehr als fünf Felder je Rum: Farbe, Nase, Mund, Abgang, Gesamteindruck. Dazu eine Spalte für die Nummer und, nach der Auflösung, den Namen. Wer mag, gibt eine Punktzahl, aber kurze Worte sagen später mehr als eine Zahl. „Banane, Klebstoff, trocken, lang“ beschreibt einen Rum besser als „87 Punkte“.

Hilfreich ist eine Liste mit Grundbegriffen am Rand: Frucht, Blüte, Gewürz, Holz, Süßes, Grünes, Erdiges. Sie gibt Anfängern Worte, wenn ihnen spontan keine einfallen. Nach dem Tasting lohnt ein kurzer Austausch. Oft erkennt man im Gespräch Noten, die man selbst gespürt, aber nicht benannt hatte.

Gläser, Licht und Raum vorbereiten

Gleiche Gläser für alle Proben, am besten Nosing-Gläser, sonst Weißweingläser. Ein heller Raum mit weißer Tischdecke oder weißem Papier hilft beim Farbvergleich. Duftkerzen, Parfüm und Küchengerüche stören. Und eine Stunde vor dem Start sollten die Flaschen im Raum stehen, damit alle Rums dieselbe Temperatur haben.

Praktisch ist es, die Gläser vorher auf einem Blatt Papier mit Nummern anzuordnen, damit beim Nachschenken nichts verwechselt wird. Jeder Gast bekommt einen eigenen Satz Gläser, zum Teilen eignen sie sich nicht. Und wer mehrere Runden plant, wäscht zwischendurch nicht, sondern stellt lieber gleich genug Gläser bereit. Ein feuchtes, gerade gespültes Glas verdünnt die Probe und kann nach Spülmittel riechen.

Kurz unterschieden

Länderbogen
Barbados, Martinique, Jamaika, Guyana nebeneinander. Zeigt in einer Runde, wie Rohstoff und Brennblase den Stil prägen.
Vertikale
Mehrere Altersstufen derselben Brennerei. Zeigt, was das Fass mit einem Destillat über die Jahre macht.
Blindprobe
Nummerierte Gläser, Flaschen erst am Ende. Schaltet Erwartung durch Etikett, Alter und Preis aus.

Dazu im Lexikon

Rum verkosten: die einzelnen SchritteRum für Anfänger: womit man anfängtHausbar-Ausstattung: Gläser und Werkzeug
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