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Verkosten in der Region Aragua & das Zentrum

Weich im Glas

Verkosten

Zuerst schaut man auf die Farbe. Ein Añejo aus Aragua leuchtet von Bernstein bis Mahagoni, doch die Farbe verrät wenig über das Alter, denn die EU erlaubt Zuckerkulör zur Farbangleichung. In Deutschland muss dann ein Hinweis „mit Farbstoff“ auf das Etikett, wenn keine Zutatenliste dasteht.

Ein Nosing-Glas oder ein Tulpenglas mit schmalem Rand bündelt die Aromen besser als ein Tumbler. Zimmertemperatur ist richtig, weil Kälte die Düfte verschließt. Man schwenkt kurz, riecht zuerst mit offenem Mund, dann mit geschlossenem, und nimmt erst danach einen kleinen Schluck. Ein Glas, das sich nach oben verjüngt, hält die Düfte zusammen, während ein breites sie verfliegen lässt.

Als Beispiele taugen drei Marken. Der Santa Teresa 1796 steht für den Solera-Stil der Hacienda, der Pampero Aniversario für das Haus aus Caracas, der Cacique 500 für die Marke, die in Venezuela als meistverkauft gilt. Wer die drei nebeneinander stellt, erkennt, wie unterschiedlich süß, holzig und würzig ein Rum desselben Landes ausfallen kann.

In der Nase liegen meist Vanille, Karamell, getrocknete Früchte und Holz vorn. Am Gaumen wirkt der Rum weich, mit wenig Schärfe, und der Abgang bleibt eher kurz bis mittellang. Manche Flaschen schmecken süßer, als ihre Zutaten vermuten lassen. In der EU sind bis zu 20 g/l Zucker erlaubt, und angegeben werden müssen sie auf dem Etikett nicht.

Pur oder mit Wasser? Bei 40 % vol bringen meist wenige Tropfen Wasser die Aromen weiter auf, mehr braucht es selten. Wer es ausprobiert, gibt das Wasser mit einer Pipette oder einem Löffel hinzu und wartet zwei Minuten. Danach riecht man erneut und merkt, ob sich Holz oder Frucht stärker zeigt.

Dazu im Lexikon

Rum verkosten: Schritt für SchrittWelcher Rum sich zum Pur-Trinken eignet
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