
Kessel, Pot, Säule
Brennen
Wer wissen will, wie Diplomático gebrannt wird, muss drei Anlagen betrachten. Nach Angaben des Hauses arbeitet die Brennerei mit der kupfernen Pot Still aus Schottland, der Barbet-Säule aus Frankreich und dem Batch Kettle aus Kanada. Aus ihnen kommen drei Arten von Destillat, die später gemischt werden.
Die Pot Still ist die klassische Brennblase, ein Kupferkessel mit einem Hals, in den man die vergorene Maische füllt. Sie arbeitet Charge für Charge und behält viele Begleitstoffe. So entsteht ein schwerer, aromatischer Brand, in dem noch viel von der Melasse zu schmecken ist.
Der Batch Kettle ist ebenfalls ein Kessel, der chargenweise gefüllt wird. Er liefert nach Angaben des Hauses schwerere Destillate als die Säule, ohne ganz so wuchtig zu sein wie ein Pot-Still-Rum aus Jamaika. Gerade das Zusammenspiel aus Kessel und Pot Still prägt, laut Hersteller, den Reserva Exclusiva.
Die Säule dagegen läuft ohne Pause. Oben läuft die Maische hinein, von unten steigt Dampf auf, und auf den Böden im Inneren trennen sich Alkohol und Wasser Schritt für Schritt. Heraus kommt ein sehr reiner, leichter Alkohol. In der EU muss ein Rumdestillat unter 96 Prozent bleiben, damit es noch nach Rum schmeckt. In La Miel stehen mehrere Säulen hintereinander, ein Leitstand mit Computersteuerung überwacht sie.
Weil Seagram's die Anlage 1959 auch für Whisky und Gin ausrüstete, stehen auf dem Gelände zusätzlich große Pot Stills für Whisky und eine Pot Still für Gin. Auch Wodka und den Agavenbrand Cocuy kann die Anlage nach Fachpresse herstellen. Das erklärt, warum eine Rumbrennerei so vielseitig ausgestattet ist.
Aus dem Zusammenspiel entstehen die Marken. Der Reserva Exclusiva stammt laut Haus aus Pot Stills und Batch Kettles, der Mantuano mischt alle drei Brennarten, und der Planas wird nach der Reifung mit Aktivkohle entfärbt. Die Brennerei ist nicht allgemein zugänglich, Besucher kommen nur auf Einladung hinein.