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Grundwein & Cuvée
Wenn in den Weinbergen am Pfälzerwald noch viele Trauben hängen, laufen bei den Sektmachern an der Deutschen Weinstraße schon die Pressen. Der Grundwein, aus dem später Sekt wird, kommt früher in den Keller als der Stillwein. Reife Beeren haben weniger Säure und mehr Zucker, und beides ist für Sekt ungünstig.
Der Grundwein muss nach EU-Recht mindestens 9 % vol Gesamtalkohol haben. Die zweite Gärung legt noch einmal drauf, aber nach den Regeln um höchstens 1,5 % vol. Wer schon im Grundwein viel Alkohol und wenig Säure hat, bekommt später einen schweren, breiten Sekt.
Handlese ist für Sekt nicht immer vorgeschrieben, aber für einen Teil der Qualitätsstufen. Wer seinen Pfälzer Sekt b.A. Crémant nennen will, muss die Trauben von Hand lesen, ganze oder entrappte Trauben pressen, und aus 150 Kilogramm Trauben dürfen höchstens 100 Liter Most kommen. Dazu kommen weitere Auflagen wie ein Schwefelhöchstwert von 150 Milligramm je Liter.
Wie zusammengestellt wird, hängt vom Haus ab. Ein Winzersekt, etwa aus Deidesheim, muss Rebsorte und Jahrgang nennen, der Grundwein ist daher sortenrein und stammt aus einem Jahr. Die großen Marken mischen dagegen Partien aus mehreren Lagen und Sorten, damit die Flasche jedes Jahr ähnlich schmeckt. Das ist keine schlechtere, sondern eine andere Kunst.
Noch eine Unterscheidung lohnt sich. „Deutscher Sekt“ wird aus Grundweinen deutscher Herkunft gemacht. Steht nur „Sekt“ auf dem Etikett, kann der Grundwein auch aus anderen Ländern stammen. Wer Pfalz-Herkunft will, sucht deshalb nach der Angabe Sekt b.A. mit dem Gebiet.