
Riesling im Glas
Verkosten
Ein Schluck Pfälzer Riesling-Sekt beginnt meist mit Zitrus. Grüner Apfel, etwas Pfirsich und eine mineralische Note kommen dazu, und am Ende steht eine klare, straffe Säure. Wer ihn mit Schloss Wachenheim Riesling trocken aus traditioneller Flaschengärung probiert, schmeckt, wie ein Konzernhaus Flaschengärung und Riesling zusammenbringt.
Pinot-Sekte aus der Pfalz sind rundlicher. Der Pinot Brut von von Winning aus Weißburgunder steht für diesen Typ: Birne, etwas Brot und ein weicherer Körper. Der Margrit Rosé brut von Bassermann-Jordan aus Deidesheim zeigt eine dritte Spielart, rosa in der Farbe und mit roten Früchten im Duft.
Das Glas macht einen Unterschied. Eine flache Schale lässt die Kohlensäure schnell verfliegen. Ein Weißweinglas oder ein Sektglas in Tulpenform hält die Aromen zusammen und zeigt die Perlen länger. Es soll bis zum Rand sauber sein, denn Spülmittelreste dämpfen den Schaum.
Die Temperatur liegt bei etwa sechs bis acht Grad. Zu kalt, und der Duft verschließt sich, zu warm, und der Schaum wird grob. Eine Flasche aus dem Kühlschrank darf ein paar Minuten im Raum stehen, bevor man sie öffnet.
Wer sie öffnet, lockert zuerst die Folie und die Agraffe, den Drahtkorb. Sekt b.A. muss in der Sektflasche mit pilzförmigem Stopfen und Haltevorrichtung verkauft werden, so steht es in der Weinverordnung. Dann hält man den Korken fest und dreht die Flasche, nicht den Korken. Es soll ein leises Zischen sein, kein Knall.