
Apfel, Zitrus, Kreide
Verkosten
Englischer Schaumwein aus Kent und Hampshire riecht oft nach grünem Apfel, Zitrone und frisch gebackenem Brot und schmeckt straff, mit kreidiger Säure. Dieses Bild gilt für den Stil der Region, nicht für jede Flasche. Wer verkostet, achtet zuerst auf die Perlen: Sie sollen fein und dicht aufsteigen.
Als Beispiele dienen die drei Wege der Region. Domaine Evremond Classic Cuvée Edition I ist Pinot-Noir-betont, Louis Pommery England Brut setzt auf Chardonnay, und die Schaumweine von Chapel Down aus Kit's Coty bei Aylesford stammen aus nur zwei Sorten, Chardonnay und Pinot Noir. Alle drei sind Cuvées im Champagnerstil, doch jede hat ein anderes Gewicht.
Das passende Glas ist eine Tulpe oder ein schlankes Weißweinglas, keine flache Schale. Die Schale lässt Duft und Perlen schnell verfliegen, die Tulpe sammelt das Aroma am Rand. Eingeschenkt wird in zwei Schritten, erst wenig, dann auffüllen, damit der Schaum nicht überläuft.
Ideal ist eine Temperatur von etwa 6 bis 8 Grad. Zu kalt unterdrückt sie das Aroma, zu warm macht sie den Wein breit und lässt den Schaum wild aufsteigen. Wenn die Flasche zwei Stunden im Kühlschrank lag, ist sie meist gut dabei.
Beim Öffnen ist Ruhe gefragt. Die Kapsel entfernen, den Drahtkorb lockern und dabei den Korken festhalten. Dann die Flasche in einem Winkel von etwa 45 Grad nehmen und die Flasche, nicht den Korken, langsam drehen. Das Ergebnis soll ein Seufzen sein, kein Knall, denn Druck von etwa 6 bar braucht Respekt.