
Rully bis 1975
Region & Geschichte
Burgund machte Schaumwein, lange bevor das Wort Crémant auf einem Etikett stand. Nach dem Pflichtenheft der Appellation versuchten sich Winzer in Rully, einem Dorf der Côte Chalonnaise im Département Saône-et-Loire, schon 1820 an Schaumwein nach Champagner-Art. Nuits-Saint-Georges zog nach, 1840 folgte Chablis.
Der neue Wein fand Abnehmer, vor allem in England und den Vereinigten Staaten, und das Verfahren verbreitete sich schnell. Schaumwein entstand sogar in so berühmten Weinbergen wie Clos de Vougeot und Chambertin, was man dort heute kaum noch vermutet. 1939 schlossen sich die Erzeuger zu einem Verband zusammen, 1943 erkannte der Staat „Bourgogne mousseux“ als Herkunftsbezeichnung an.
Ab den 1960er-Jahren wollten einige Erzeuger ihre sorgfältigsten Schaumweine von der Masse absetzen. Sie führten strenge Regeln für Lese und Ausbau ein, und ein Dekret von 1975 machte daraus die Appellation Crémant de Bourgogne, ausschließlich für Weißwein und Rosé. Das Wort Crémant darf seither nur zusammen mit dem Namen der Herkunft auf der Flasche stehen.
Die Weinberge liegen in vier Départements: Yonne, Côte-d’Or, Saône-et-Loire und Rhône, also von Auxerre im Norden bis ins Beaujolais im Süden. Das Pflichtenheft nennt für 2011 knapp 2.000 Hektar und etwa 15 Millionen Flaschen im Jahr. Branchenzahlen für 2021 sprechen von rund 24 Millionen Flaschen aus etwa 2.800 Hektar.
Der Crémant de Bourgogne hat deshalb keinen einzigen Mittelpunkt. Rully im Süden, Saint-Bris-le-Vineux an der Yonne und das Châtillonnais an der Grenze zur Champagne schreiben jeweils ihr eigenes Kapitel. Nach Verbandsangaben verarbeiten rund 140 Kellereien die Trauben von etwa 1.700 Winzern, kleine Weingüter, Genossenschaften und Händlerhäuser teilen sich den Markt.