
Revermont und Alpenrand
Region & Geschichte
Der Crémant du Jura trägt seine Appellation seit dem Dekret vom 9. Oktober 1995. Sein Pflichtenheft hält fest, dass im Jura schon seit dem 17. Jahrhundert Wein mit einer zweiten Gärung in der Flasche entsteht. Selbst die Stillweine von Arbois und L’Étoile gaben damals einen Teil ihrer Ernte für den Schaum her. Die Anbaugemeinden liegen alle im Département Jura, zum Beispiel Lons-le-Saunier.
Im 20. Jahrhundert spezialisierten sich einzelne Familien ganz darauf, schonend zu pressen und die Flaschen lange auf Latten liegen zu lassen. Heute füllen unter anderem die Domaine Rolet und die Genossenschaft Fruitière Vinicole d’Arbois Crémant du Jura ab. Die Fruitière entstand nach eigenen Angaben 1906 und keltert seit 1969 auf Château Béthanie.
In Arbois wuchs auch Louis Pasteur auf, der später zeigte, dass lebende Hefen den Zucker vergären. Genau das geschieht in jeder Flasche, die ihre zweite Gärung bekommt.
Savoyen gehört erst seit 1860 zu Frankreich, und sein Crémant ist noch viel jünger. Der Crémant de Savoie gilt als jüngste französische Crémant-Appellation. Seine erste Ernte war 2014, im Handel ist er seit Dezember 2015. Älter ist der Seyssel mousseux an der Rhône, dessen Appellation nach gängiger Darstellung von 1942 stammt.
Das Pflichtenheft des Jura nennt für 2009 rund 310 Hektar und etwa 19.000 Hektoliter Schaumwein, umgerechnet über zwei Millionen Flaschen. Aus Savoyen kommt weit weniger: Der Crémant de Savoie bleibt ein kleiner Teil der französischen Crémant-Menge, die 2024 bei 114,5 Millionen Flaschen lag.