
Rote Frucht, Kreide
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Ein Blanc de Noirs von der Montagne duftet nach Kirsche, roter Johannisbeere und Brioche, am Gaumen kommt ein Körper dazu, den man bei weißen Trauben selten findet. Dahinter stehen Säure und eine kreidige Strenge. Je nach Hang kippt der Eindruck: aus Bouzy und Ambonnay runder und fruchtiger, aus Verzenay und Verzy schlanker und straffer. Im Glas wirkt ein Blanc de Noirs oft tiefer golden als ein Champagner aus Chardonnay, manchmal schimmert ein Hauch Kupfer durch. Ein Rosé de saignée reicht von Lachs bis zu kräftigem Rosa. Zum Schluss zählt der Nachhall: Gute Pinot-Champagner halten die Frucht lange am Gaumen und enden mit einer kühlen, kreidigen Note.
Wer vergleichen will, findet Beispiele. Der Mailly Grand Cru der Genossenschaft kommt aus nur einer Gemeinde. Egly-Ouriet füllt in Ambonnay einen Grand Cru Brut aus Pinot noir ab. Der Krug Clos d’Ambonnay ist die Ausnahme in jeder Hinsicht, ein Blanc de Noirs aus einer einzigen ummauerten Parzelle. Als Rosé de saignée gilt der Cuvée Rosé von Laurent-Perrier als bekanntes Beispiel.
Passend ist eine Tulpe oder ein schmales weißes Weinglas. Darin entfalten sich Frucht und Brioche, die breite Champagnerschale lässt Kohlensäure und Aroma schneller verfliegen.
Am besten schmeckt ein solcher Wein bei etwa 8 bis 10 Grad. Zu kalt, und die rote Frucht verschließt sich, zu warm, und der Wein wirkt schwer.
Der Korken bleibt fest in der Hand, gedreht wird nur die Flasche, auch bei einem kräftigen Blanc de Noirs von der Montagne. Das Ziel ist ein leises Seufzen statt eines Knalls, damit der Schaum ruhig bleibt und keine Perlen verloren gehen.