
Brut, Satèn, Rosé
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Wie schmeckt Franciacorta? Ein Brut ohne Jahrgang duftet nach Zitrone, grünem Apfel und frischem Gebäck, dazu kommt oft eine Spur Mandel. Am Gaumen bleibt er schlank, mit feiner Perlage und einer Säure, die den Mund frisch hält. Er ist der gute Einstieg, weil er zeigt, was Franciacorta von Prosecco unterscheidet.
Der Satèn ist der Weiche. Er schmeckt nach reifer Birne, weißen Blüten und Brotkruste, und das geringere Prickeln lässt ihn am Gaumen fast samtig wirken. Bellavista stellt ihn aus Chardonnay her, und der Kellermeister Mattia Vezzola, der 1981 ins Haus kam, gilt als einer seiner Wegbereiter.
Der Rosé duftet nach Himbeere und Kirsche, ist aber nicht süß. Sein Pinot-nero-Anteil von mindestens 35 Prozent gibt ihm einen Hauch von Gerbstoff und Fülle, die man bei Weißweinen selten findet. Er ist der kräftigste der drei Typen und eignet sich für alle, die auch Rotwein mögen.
Als Beispiele für dichtere, längere Cuvées dienen die Cuvée Annamaria Clementi von Ca’ del Bosco, benannt nach der Mutter des Gründers, und die Alma Gran Cuvée von Bellavista. Beide zeigen, wie viel Tiefe der lombardische Schaumwein nach langer Hefereife erreichen kann.
Serviert wird Franciacorta bei etwa acht bis zehn Grad im Tulpenglas, das die Aromen sammelt und die Perlen schön führt. Eine flache Schale lässt beides entweichen. Beim Öffnen hält man den Korken fest, dreht die Flasche und nicht den Korken und lässt das Gas leise zischen.