
Das Dorf Prosecco
Region & Geschichte
Woher kommt der Prosecco? Aus Triest, nicht aus den Hügeln um Valdobbiadene. Das Dorf Prosecco gehört zur Stadt Triest und liegt auf dem Karstrand hoch über dem Golf, nur wenige Kilometer vom Hafen entfernt. Nach diesem Dorf ist der Wein benannt.
Schon der älteste bekannte Beleg führt hierher. Der Engländer Fynes Moryson schrieb 1593, in dieser Gegend wachse der Wein Pucinum, den man jetzt Prosecho nenne und den schon Plinius rühme. Die Überlieferung sieht darin den Wein, den die Römer vom Kastell Pucinum kannten. Ob es tatsächlich derselbe Wein war, bleibt eine Legende.
Im 18. Jahrhundert wanderte die Rebe in die tiefer gelegenen Gebiete von Venetien und Friaul. Aus dem Karstwein wurde mit der Zeit ein Wein der Ebene und später ein Massenerzeugnis. Damit entstand ein Problem: Prosecco war zugleich Ortsname und Sortenname, und eine Sorte kann jeder anbauen, auch weit entfernt von Triest.
Das Ministerialdekret vom 17. Juli 2009 löste das auf. Seit dem 1. Januar 2010 heißt die Rebsorte Glera, und Prosecco ist nur noch eine geschützte Herkunft. Ein Sortenname hätte sich nie wirksam schützen lassen. Ein Ortsname dagegen schon, und das Dorf bei Triest lieferte ihn.
Die Prosecco DOC umfasst seither neun Provinzen: fünf in Venetien und vier in Friaul-Julisch Venetien, nämlich Gorizia, Pordenone, Triest und Udine. Auf manchen Etiketten steht „Trieste“ als Zusatz. Nach den Angaben des Konsortiums müssen dafür Lese, Bereitung und Abfüllung in der Provinz Triest liegen. Diese Reise führt also an den östlichen Rand des Gebiets, dorthin, wo alles anfing.