
Kühl, schnell, rein
Grundwein & Cuvée
Die Lese beginnt für Glera meist im September, wenn die Trauben reif, aber noch frisch sind. In der Ebene von Pordenone und Udine sind die Rebzeilen weit und eben, und die Ernte lässt sich großflächig organisieren. Je nach Betrieb wird mit der Maschine oder von Hand gelesen. An den steilen Karstkanten bleibt oft nur die Handarbeit.
Danach muss es schnell gehen, denn der Saft soll nicht oxidieren. Die Trauben werden schonend gepresst, bei manchen Erzeugern unter Schutzgas, damit das helle Obst im Duft erhalten bleibt. Der Most gärt kühl in Edelstahltanks und wird anschließend klar abgezogen. So entsteht ein ruhiger, trockener Grundwein ohne Perlage.
Dieser Wein wartet dann. Viele Kellereien lagern ihn kühl und bereiten erst auf Bestellung die zweite Gärung vor. Dadurch bleibt der Wein frisch, und der Betrieb kann Mengen und Stile je nach Nachfrage steuern. Das ist ein großer Unterschied zu Häusern, die ihre Flaschen jahrelang vorbereiten.
Assemblage heißt hier vor allem Verschneiden von Partien. Wein von verschiedenen Rebflächen und Lesetagen wird gemischt, damit der Stil jedes Jahr ähnlich schmeckt. Reservewein aus früheren Jahren ist bei diesem Typ unüblich. Wer den Jahrgang auf dem Etikett haben will, muss sich festlegen: Der Zusatz Millesimato verlangt mindestens 85 Prozent Glera aus genau diesem Jahr.
Blanc de Blancs oder Blanc de Noirs steht auf diesen Flaschen kaum. Die Glera ist eine weiße Sorte, und fast jede Flasche ist ohnehin aus weißen Trauben gemacht. Die Cuvée wird also nicht nach Traubenfarbe benannt, sondern nach der Herkunft und dem Jahrgang.