
Frucht und Frische
Verkosten
Wie schmeckt Sekt aus dem Burgenland? Meist fruchtiger und runder als ein kreidig-straffer Champagner, weil die pannonische Sonne die Trauben reifer macht, aber mit genug Säure, um frisch zu bleiben. Der Stil hängt stark von der Rebsorte ab, und genau das macht die Gegend zum Vergleichen so reizvoll.
Ein Welschriesling-Sekt duftet nach grünem Apfel, Zitrus und Blüten und ist leicht und schlank. Burgunder-Cuvées bringen Birne, Brotkruste und etwas Nuss mit. Rosé aus Zweigelt oder St. Laurent erinnert an Kirsche und Himbeere, ein Blaufränkisch-Sekt eher an dunklere Beeren und einen Hauch Würze, der am Gaumen lange nachklingt.
Als Beispiele dienen vier Häuser. Szigeti aus Gols steht für die reine Flaschengärung, Esterházy aus Eisenstadt für Blaufränkisch als Sektgrundlage. Leo Hillingers Hill Rosé ist ein Pinot-Noir-Sekt der Reserve, und Erich Sattler macht einen Rosé aus St. Laurent als Sekt g.U. Alle vier zeigen, wie unterschiedlich ein Burgenland-Sekt ausfallen kann.
Das Glas sollte eine Tulpe oder ein schlankes Weißweinglas sein. Die flache Schale lässt Perlen und Duft zu schnell entweichen, die Tulpe hält beides zusammen. Gut sind etwa 6 bis 8 Grad Celsius, kühler wird der Geschmack stumm, wärmer wirkt er schwer und breit.
Zum Öffnen hält man den Korken fest und dreht die Flasche, nicht den Korken. Es soll leise zischen, nicht knallen, denn ein Knall bedeutet, dass Druck und Aroma unkontrolliert verloren gehen. Dann gießt man in zwei Schritten ein, erst wenig und nach dem Absinken des Schaums den Rest.