
Handlese Pflicht
Grundwein & Cuvée
Beim Corpinnat beginnt der Schaumwein mit der Schere, nicht mit der Maschine. Handlese ist Vorschrift, und das hat einen praktischen Grund: Ganze, unverletzte Beeren geben beim Pressen einen sauberen, hellen Most ohne Gerbstoffe aus der Schale. Genau diesen Most braucht ein Wein, der später jahrelang auf der Hefe liegt.
Gelesen wird früh, damit die Trauben frisch bleiben. Für die Grundweine bedeutet das eine Säure, die das lange Hefelager trägt, und einen Alkohol, der in der Flasche nicht zu massig wird. Die Weinbereitung muss im eigenen Haus stattfinden, die Häuser kaufen also keinen fertigen Wein zu. Ein früher Lesetermin heißt auch, dass die Teams mehrmals durch denselben Weinberg gehen müssen, weil nicht alle Trauben gleichzeitig reif sind.
Jede Sorte und oft jede Parzelle wird zunächst für sich ausgebaut. Erst im Winter stellt der Kellermeister daraus die Cuvée zusammen: Xarel·lo für das Gerüst, Macabeu für die Frucht, Parellada für die Zartheit. Dieses Zusammenfügen heißt Assemblage. Die Mischung lässt sich Jahr für Jahr anpassen, damit ein Haus seinen Stil hält.
Dabei helfen Reserveweine, also ältere Grundweine, die ein Haus zurückgestellt hat. Wer ohne Jahrgang arbeitet, mischt sie bei, um die Schwankungen der Ernte auszugleichen. Wer einen Jahrgang abfüllt, zeigt dagegen bewusst ein einzelnes Jahr mit all seinen Eigenheiten, von der kühlen Lese bis zum heißen Sommer.
Weil weiße Sorten überwiegen, sind viele Cuvées ein Blanc de Blancs. Rosé aus roten Sorten ist möglich, bleibt aber die Ausnahme. Gramona, Llopart und Nadal gehören zu den Gründerhäusern und bauen ihre Grundweine im eigenen Keller aus, wie es die Regeln der Marke verlangen. Eine Cuvée aus mehreren Sorten gilt als typisch für das Penedès, ein reiner Xarel·lo dagegen als Ausdruck einer einzigen Lage.